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Blick vom Mainufer auf den Molenkopf © Maximilian Timmermann

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Blick auf die Skyline von Frankfurt am Main © Maximilian Timmermann

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Modell M. 1:100 © Maximilian Timmermann

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Grundriss Erdgeschoss © Maximilian Timmermann

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Grundriss Bürogebäude © Maximilian Timmermann

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Grundriss Wohngeschoss I © Maximilian Timmermann

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Grundriss Wohngeschoss I © Maximilian Timmermann

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Grundriss Wohngeschoss III © Maximilian Timmermann

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Grundriss Wohngeschoss IV © Maximilian Timmermann

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Schwarzplan © Maximilian Timmermann

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Lageplan © Maximilian Timmermann

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Proportionen und Nutzung © Maximilian Timmermann

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Ansicht Molenkopf © Maximilian Timmermann

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Gebäude Schnitt © Maximilian Timmermann

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Backsteinstudie © Maximilian Timmermann

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Fassadenschnitt © Maximilian Timmermann

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Detailgrundriss © Maximilian Timmermann

Backsteinevolution

Maximilian Timmermann

Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt in der Ausarbeitung der Fassade und der Gebäudekubatur. Der Backstein als Fassadenmaterial erhielt von Anfang einen hohen Stellenwert. Ein besonderes Augenmerk wurde auf die Beziehung zwischen dem Standort und dem Backstein gelegt.

 

Backstein ist ein traditionsreiches Baumaterial, das im nordeuropäischen Raum seit Jahrhunderten zur Anwendung kommt. Der dominant gewordenen Moderne der Nachkriegszeit passte der Backstein allerdings bis heute nicht mehr so recht ins Konzept. Dennoch wird noch immer viel in Backstein gebaut, meistens jedoch nicht im Fokus der meinungsbildenden Architektur. Seit etwas mehr als zwei Jahrzehnten erhält das Bauen mit Backstein wieder viele neue und interessante Impulse. Es sind ausreichend Aspekte um sich mit der formellen Logik des Backsteins im Fassadenbau zu befassen und diese zu erforschen. Die Fassade als Bekleidung oder Hülle zu betrachten ist mehr als nur Grenzen und Oberflächen zu definieren - primär gilt es eine Verbindung zwischen Innen und Außen, privat und öffentlich, Stadt und Individuum zu schaffen.

Somit wird die Fassade zu einem kulturellen Objekt, das direkt mit dem sozialen und politischen Verständnis der Stadt zusammenhängt. Ziel der Aufgabe war die Konzipierung eines Hochhauses mit Wohn-, Büro- und Geschäftsflächen. Der Schwerpunkt liegt auf der spezifischen Fassadenentwicklung. Hierbei wird dem Backstein von Anfang an ein besonderes Augenmerk geschenkt, um das Konzept und die Materialauswahl von Anfang in den Entwurf zu integrieren und somit das Verständnis der Gestaltungsmöglichkeiten und Anwendungen des Materials zu intensivieren. Traditionelles Baumaterial Jahrhunderte, gar Jahrtausende konnte sich kein anderer Baustoff so gut bewähren wie der Backstein.

Damals wie heute wissen Bewohner eines massiv gebauten Hauses, mit einer Backsteinfassade versehen, die hohe Wohnqualität zu schätzen. „Denn wie warm, wie leise, wie trocken, wie natürlich und wie gesund sie es in ihren künftigen vier Wänden haben werden, hängt vor allem von der Qualität der Außenwand ihres Haues ab.“ 1 Eine Vielfalt an Farben, Formen, und Oberflächen machen den Backstein besonders reizvoll. Aber auch die Kombination mit anderen Baustoffen wie Beton, Metall, Sandstein und vielen anderen Materialien sind Faktoren, die das Erscheinungsbild eines Gebäudes prägen.

Ein weiterer, faszinierender Aspekt des Backsteins, ist die Tektonik, welche die Fassade lebendig wirken und Persönlichkeit zum Ausdruck bringen lässt. So entstehen durch Vor- und Rücksprünge aber auch durch architektonische Gliederungsmittel, wie beispielsweise Lisenen oder Friese, individuelle Bauwerke, die sowohl Innen als auch Außen miteinander vereinen. Standort Frankfurt am Main ist in Deutschland die Stadt der Hochhäuser. Sie gelten als Symbole der Wirtschaftskraft und des Selbstbewusstseins, die heute so selbstverständlich das Stadtbild prägen und beleuchten den Aufstieg Frankfurts zur Metropole.

„Zaghaft begann die Entwicklung Frankfurts zur Stadt der Hochhäuser in den 1920/30er Jahren mit Mousonturm, IG-Farben Haus und dem Gewerkschaftshaus. In der Nachkriegszeit wuchsen die Häuser höher, mussten allerdings zunächst unter der Höhe der Domspitze mit ihren 95 Metern bleiben.“

Erst 1961 überschritt der Henninger Turm mit einer Gesamthöhe von 119 Metern die Domspitze. Daraufhin entstanden bis heute Türme wie der Commerzbank Tower mit 259 Metern oder die neue Europäische Zentralbank mit einer Höhe von 185 Metern.

„Der Wunsch selbst täglich ein Hochhaus nutzen zu können, erfüllt sich nicht für jeden, denn die meisten Hochhäuser in Frankfurt sind nicht öffentlich zugängliche Bürogebäude.“

„Es gibt nur wenige Wohnhochhäuser, welche die Frankfurter Silhouette zwischen den Bürotürmen ergänzen, wie etwa der 66 Meter hohe Skylight-Wohnturm oder das zum TaunusTurm-Ensemble gehörende, für die Wohnnutzung vorgesehene Hochhaus mit 63 Metern Höhe.“

Jedoch deutet sich eine Wende der Hochhäuser an, in der weitere Wohntürme in den Frankfurter Himmel ragen werden. Das Grundstück „Der Molenkopf“ Die 1911 erbaute Hosellbrücke, ist bis heute die Einfahrt des Frankfurter Osthafens. Sie verbindet die westliche Spitze der Südmole mit dem nördlichen Mainufer. Erst 2013 wurde die bereits vor 100 Jahren geplanten Mainbrücke, zwischen Südmole und dem Sachsenhäuser Ufer realisiert. Die beiden Brücken werden durch einen Kreisverkehr auf der Südmole miteinander verbunden und definieren somit eine klare Molenspitze, die durch ihre Wasserkanten und Brücken klar definiert wird.

Der neue Dreh- und Angelpunkt zwischen dem südlichen und nördlichen Mainufer ermöglicht es schnell und einfach vom Frankfurter Ostend auf das Sachsenhäuser Ufer zu gelangen, um dort Erholungs- und Freizeitangebote in der Natur wahrzunehmen. Wie bereits Anfang des 20. Jahrhunderts in der Stadtleitplanung dargestellt, war die westliche Molenspitze als Standort für einen Brückenturm ausgelegt, der die Idee des Hafeneingangs symbolisieren sollte und zudem auch als Mitte und Gelenk zwischen den Ufern dienen sollte. Auch der aktuelle Hochhausrahmenplan aus dem Jahre 2008 der Stadt Frankfurt am Main weist den westlichen Molenkopf als Hochhausstandort aus, damit wird die Idee der Akzentuierung der Hafeneinfahrt aufgegriffen, die bereits bei der damaligen Hafenplanung angedacht war.

Auch der derzeitige Bebauungsplan orientiert sich an damaligen Angaben und definiert auf Höhe des Kreisverkehres ein Gebäude von einer maximalen Gebäudehöhe von 60 Metern. Proportionen und Nutzung Die Gebäudehöhe des Entwurfes beträgt etwa 130 Metern und befindet sich dadurch im oberen Durchschnitt der geplanten und gebauten Wohnhochhäuser in Frankfurt am Main. Dies lässt sich aus der Höhenanalyse entnehmen. Der Bebauungsplan im Bereich des Molenkopfes schreibt jedoch nur eine Gebäudehöhe von 60 Metern vor und orientiert sich somit noch immer an frühere Entwurfsideen des Osthafens. Deswegen wendet sich der Entwurf bewusst davon ab, um sich den heutigen Entwicklungen des Strebens in die Höhe anzupassen.

Zudem geht so ein repräsentativer und wichtiger Ort des Frankfurter Ostends nicht durch eine „niedrige Bebauung“ unter, sondern bietet den umliegenden und den zukünftig aus dem Boden wachsenden Gebäuden die Stirn. Das 130 Meter hohe Gebäude verjüngt sich im proportionalen Verhältnis des Goldenen Schnittes in der Höhe und damit den Gedanken einer Verbindung mit dem Himmel auf. Die Aufteilung des Volumens in fünf vertikale Elemente lassen sich wiederum in Sockel, Schafts und Krone gliedern. Diese Idee der Aufteilung in drei Bereiche lässt sich aus zahlreichen Bauwerken der Art Deco in New York und Chicago entnehmen.

Diese verbinden sich durch die Abstufungen mit dem Himmel und verleihen somit dem Gebäude einen krönenden Abschluss. Die im späteren Entwurfsprozess entstandenen Gebäudeabstufungen weisen im Grundriss unterschiedliche Nutzungen auf, die somit eine adäquate Raumqualität entsprechend der Nutzung erhalten. So lassen sich durch die unterschiedlichen Gebäudetiefen Gemeinschafts-, Arbeits- und Wohnflächen in dem Gebäude vereinen. Die Fassade Nicht nur die Abstufungen der Baumasse und die immer filigraner werdenden Pilaster prägen das Gebäude, sondern auch die dreieckig herausragenden Balkone an den Kopfseiten des Gebäudes. Sie lockern die gleichmäßige wirkende Fassade auf.

Zudem stehen sie auch symbolisch für die Wohnnutzung, wogegen die gleichmäßig und strenge Fassade in den unteren Geschossen für die Büro- und Geschäftsflächen stehen. Die Abschlüsse der Pilaster im Sockel-, Schaft- und Kronenbereich erinnern an Bauwerke aus der Art Deco und dem Backsteinexpressionismus in neu interpretierter Form. Die filigranen Pilaster an der Spitze des Gebäudes geben dem Ganzen einen krönenden Abschluss.

Georg Eckardt
2018-11-12 16:41:21

Großartiger Entwurf. Hoffentlich wird er so realisiert.

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