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Blick vom James-Simon Park © Marsil Hanen

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Blick aus der Kolonnade © Marsil Hanen

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Blick ins Foyer © Marsil Hanen

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Blick ins Skriptorium © Marsil Hanen

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Lageplan M 1:1000 © Marsil Hanen

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Situationsplan M 1:500 © Marsil Hanen

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Ansicht Einordnung Museumsinsel M 1:500 © Marsil Hanen

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Ansicht Lustgarten M 1:200 © Marsil Hanen

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Ansicht Bodestraße M 1:200 © Marsil Hanen

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Schnitt A M 1:100 © Marsil Hanen

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00-Einganggeschoss mit Foyer und Saal M 1:200 © Marsil Hanen

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01-Seminargeschoss mit Café M 1:200 © Marsil Hanen

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02-Foyer Wohnen und Refektorium M 1:200 © Marsil Hanen

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03-Gästezimmer M 1:200 © Marsil Hanen

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04-Gästezimmer und Skriptorium M 1:200 © Marsil Hanen

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05-Bibliothek M 1:200 © Marsil Hanen

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Schnitt B M 1:100 © Marsil Hanen

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Fassadendetail M 1:25 © Marsil Hanen

Dietrich-Bonhoeffer-Akademie

MH Architektur

Inmitten der Museumsinsel soll ein Raum für öffentlichen Diskurs geschaffen werden. Ein Solitär aus Verbundmauerwerk schließt am Standort der alten Börse eine Lücke und ergänzt das einzigartige Ensemble von Monumenten.

Die Museumsinsel, in der belebten Mitte Berlins gelegen und von Kupfergraben und Spree umspült, ist die bauliche Überformung der natürlich bestehenden Spree-Insel durch ein stadträumlich offenes Gefüge von Monumentalbauten. Als Produkt der Aufklärung wurde sie zur erklärten „Freistätte für die Kunst“, wobei die Berliner Universität, von August Stülers ersten Planungen vorgesehen, ebenfalls auf der Insel Platz finden sollte. Die fünf Museen, alle im Historismus entstanden, sind als Variation des antiken Tempelthemas angelegt. Am ehemaligen Standort der alten Börse und der ehemaligen Denkmalskirche des Berliner Doms soll ein Entwurf für die Dietrich-Bonhoeffer-Akademie gefunden werden. Dabei handelt es sich um eine überkonfessionelle Einrichtung unter Trägerschaft der evangelischen Kirche, welche die Museumsinsel um einen Ort für gesellschaftlichen Diskurs abseits tagespolitischer Debatten erweitern möchte.

Das Haus versteht sich als Institution, das Raumprogramm reicht dabei über Säle und Seminarräume für Veranstaltungen, ein Skriptorium samt kleiner Hausbibliothek, Refektorium und Café bis hin zu Gästezimmern für Stipendiaten. Der Entwurf ist sich der Brisanz, dem Ensemble von Monumenten einen weiteren Solitär hinzuzufügen, bewusst und bleibt in seinen Dimensionen relativ zurückhaltend, um die einzigartige Silhouette der Insel weitestgehend zu belassen. Der freien Logik des Ensembles, in dem alle Baukörper gegeneinander verdreht stehen, folgend, positioniert sich die Akademie, ebenfalls eingedreht, von den Kanten abgerückt auf dem Grundstück und orientiert sich mit einem Vorplatz zur Bodestraße hin.

Durch den klein gehaltenen, quadratischen Fußabdruck hat das Haus die Möglichkeit, in die Höhe zu wachsen und tritt somit über Maßstab und die physische Präsenz einer Skulptur in Dialog mit den Monumentalbauten der Museumsinsel. Die Baumreihen, welche als Raumkante den Lustgarten fassen, bleiben, ebenso wie der Baumbestand zur Spree hin, bestehen. Das Gefüge der Museumsinsel, welches durch den Abriss der nördlichen Apsis des Doms geschwächt wurde, wird durch den Eingriff wieder gefestigt und das Alte Museum und der Dom werden wieder in das Ensemble mit eingebunden. Dabei bedient sich der Baukörper der Motive des Spreeathens und transformiert diese, um eine angemessene Reaktion auf diese zu finden.

Die ruhige Fassade, gegliedert durch eine Kolossalordnung, sucht in ihrer Architektursprache Dialog mit den umgebenden Bauten und verortet sich durch die Interpretation des auf der Museumsinsel allgegenwärtigen Säulenmotivs durch massive Wandpfeiler, welche sich im oberen Abschluss zu Portiken verbinden. Die feste Hülle gibt der Akademie den Rahmen und die Ruhe, innerhalb derer man sich, gedanklich und physisch, frei bewegen kann. Der Weg durch das Haus ist als Enfilade angelegt, die sich um den dienenden Kern des Hauses nach oben windet und sich in verschiedenen Räumen weitet, die Orte der Kommunikation ausbilden und in jeweils andere Richtungen Ausblicke über die Insel eröffnen. Gleich einem Spaziergang durch einen Park kommen bei diesem Wandeln durchs Haus überraschende Situationen auf, die sowohl Gelegenheit zum Gespräch als auch zur Zerstreuung bieten.

Dabei sind die verschiedenen Bereiche innerhalb eines festen Rahmens unterschiedlich ausgeprägt, die übergeordneten Themen sind eine variierende Raumhöhe und unterschiedliche verwendete Materialien. Nach außen hin rahmt die massive, innen verputzte Ziegelwand mit den vorgestellten Portiken und der tiefen Wandstärke die Blicke, innen begrenzt den fließenden Raum ein Kern, welcher Nebenerschließung und dienende Räume enthält. Gleichzeitig werden die Räume nach oben hin privater und ruhiger, sodass ein jeder Nutzer den Ort im Haus aufsuchen kann, der ihm für das Studieren und Diskutieren am geeignetsten erscheint. Um der Präsenz und Massivität der umgebenden Bauten gerecht zu werden, sind die Mauern der Akademie aus monolithischem Verbundmauerwerk errichtet, welches aus sandsteinfarbenem Backstein besteht.

Dabei werden, um den monumentalen Charakter zu unterstreichen, Dehnfugen vermieden. Dies ist durch den Verbund möglich, wobei die Ziegel des Sichtmauerwerks - bei nur 1000°C gebrannt – ausreichend diffusionsoffen und fest genug sind, um die Spannungen auf den elastischeren Fugenmörtel abzuleiten. Durch das Verschlämmen des Ziegels wird das Fugenbild unterdrückt und die Akademie nähert sich der Sandsteinfarbigkeit der Museumsinsel an.

Savic
2018-02-26 23:27:59

Passt leider architektonisch gar nicht zu den Proportionen des Doms, sondern verschandelt dessen Nord-Ansicht.

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