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Domforum © Maggy Ehrhardt

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Domschatzkammer © Maggy Ehrhardt

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Foyer Domschatzmuseum © Maggy Ehrhardt

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Städtebauliche Entwicklung Quartier © Maggy Ehrhardt

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Lageplan M1-500 © Maggy Ehrhardt

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Grundriss KG 1:200 © Maggy Ehrhardt

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Grundriss EG 1:200 © Maggy Ehrhardt

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Grundriss OG 1:200 © Maggy Ehrhardt

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Ansicht Breitstrom © Maggy Ehrhardt

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Ansicht An den Graden © Maggy Ehrhardt

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Ansicht Domstraße © Maggy Ehrhardt

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Längsschnitt © Maggy Ehrhardt

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Querschnitt © Maggy Ehrhardt

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Fassadenschnitt Bibliothek © Maggy Ehrhardt

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Fassadenansicht Bibliothek © Maggy Ehrhardt

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Grundriss 2.OG 1:200 © Maggy Ehrhardt

DOM. STADT. ERFURT - Domschatzmuseum Erfurt

brewittarchitektur

Die Grundidee des Entwurfs ist es, ein neues städtisches Quartier zu schaffen, dass einerseits durch eine eigene innere Identitätsstruktur überzeugen kann und sich andererseits architektonisch in den Bestand einfügt.

 

a) Quartiersstruktur

Die Hauptbausteine sind: das Museum, die Bibliothek, das Managementgebäude, Forscherhaus. Die 4 Hauptnutzungen zirkulieren um einen zentralen Platz – das Domforum. Die Bausteine rotieren dabei so um den Kern, dass in den Zwischenräumen Höfe für jedes Gebäude entstehen. Dadurch werden Plätze mit verschiedenen Aufenthaltsqualitäten geschaffen. Die 4 Bausteine passen sich äußerlich an Raumkanten der Stadt an und werden durch Gassen und Mauern verbunden. Das Spiel mit Elementen der Trennung und der Verbindung soll hier ein flexibles und kompaktes Geflecht entstehen lassen, dass mit der modernen Stadt mithalten kann und sich den Bedürfnissen der Menschen anpasst. Es hat dadurch den Anschein als entstehe so beinahe eine kleine Stadt in der Stadt mit Stadtmauern, einem Marktplatz, etc,... Dabei wird der Vergleich angestrebt: So wie die Stadt ihren zentralen Domplatz besitzt hat das Domschatzmuseum sein zentrales Domforum.

 

b) Außenraumstruktur

Insgesamt findet man 6 verschiedene Höfe / Freiflächen in dem Ensemble des Domschatzmuseums wieder. Man betritt das Areal über die steinerne Domgasse, in der schon die ersten Skulpturen des Museums den Weg einleiten. Man passiert dabei den etwas privateren Werkstatthof, der auch für Workshops genutzt werden kann. Dann gelangt man zum steinernen Domforum, das über Oberlichter Einblicke in die Archive der Dombauer gewährleistet und außerdem für Veranstaltungen genutzt werden soll. Östlich davon ist das Domcafé, das durch eine Grünstruktur abgegrenzt ist, zu finden. Weiter südlich wird es nun etwas privater. Das Bibliothekscarrée ist wie der Werkstatthof und das Café mit grauem Kies angefüllt und hat ebenfalls einen Grünstreifen. Steinerne Sitzbänke bieten hier eine ruhige Sitzgelegenheit. Der Forschergarten ist komplett durchgrünt und nähert sich daher dem durchgrünten Flusslauf der Stadt Erfurt an.

 

c) Innenraumstruktur

Die Mitte, das zentralen Domforum, wird durch eine bauliche Verbindung gestärkt. Im Untergeschoss verbinden die gläsernen Archive der Dombaumeister die Bibliothek und das Museum. Nicht zuletzt dadurch wird der Ensemblegedanke des Entwurfes baulich sowie gedanklich hervorgehoben. Jedes Gebäude hat eine gläserne Einganszone, die an einen Hof grenzt. In diesen Zonen befindet sich jeweils die Haupterschließung und ein Informationspunkt. Diese Eingangszone grenzen an den „inneren Kern“ eines jeden Gebäudes. Genauso wie das gesamte Ensemble selbst hat auch jedes Gebäude eine eigene Mitte. In Forscherhaus und Management-Haus sind dies die verbindenden Elemente, die eine öffentliche kommunikative Eingangszone mit einem ruhigeren Gemeinschaftsbereich am Ende des Gebäudes verbinden. In der Bibliothek ist der sogenannte „Helle Kern“ der große durch ein Oberlicht erhellte Lesesaal. Laufwege und andere Räume sind dynamisch um diesen Kern herum geschlungen. Der Museumskern ist dagegen eher düster und verkörpert hier als „Dunkler Kern“ die berüchtigte Schatzkammer (siehe Perspektive Schatzkammer). Das Museum ist dabei so konzipiert, dass die Ausstellung um diese Kammer herum zirkuliert und man als Besucher diese immer an seiner linken Schulter hat. Eine Besonderheit des Museums ist hier die Erschließung. Die interne Rotation des Museums um die Kammer wird durch zwei sich kreuzende Treppen betont. Diese sind dabei funktionales sowie gestalterisches Element.

 

d) Materialstruktur

Das Ziel der Fassadengestaltung ist es erstens die ruhige Kraft der Baukörper zu betonen und zweitens eine ästhetische Verbindung zum Dom herzustellen. Ähnlich wie beim Dom werden dazu vertikale Fenster mit horizontalen Bändern vereint. Die steinerne Haut ist dabei aus feinem hochkant gemauerten Steinen hergestellt. Die Steinhaut ist dabei inspiriert durch die belebte Farbigkeit des Domsteins. Dazu kommen an bestimmten Fenstern auf Lücke gemauerte Lcihtfilterelemente. Diese Elemente kann man auch in den abgrenzenden Mauern finden. Sie wirken als Filter zur Stadt. Im Innenraum wird der steinerne Charakter des Museums durch schlichten ruhigen Beton an Wänden und Decke übertragen. Im Boden trennt ein Wechsel aus rotem Estrich und Muschelkalkbelag die verschiedenen Bereiche voneinander ab. Die Möbel und Ausstattungselemente sind ausnahmslos aus schwarz beschichteten Holz gefertigt. Dadurch entsteht im Innenraum ein Kontrast aus hellen und dunklen Materialien, der die Möbel als Teil der inneren Struktur hervorheben soll. Die Kombination aus Materialien soll außerdem eine Stärke und Festigkeit vermitteln, die das Domschatzmuseum auch im Inneren als selbstbewusstes Quartier wiedergibt. Besondere Lichtspiele im Inneren weichen diese Stärke manchmal auf und lassen die Feinheit des Lichtmusters im Raum wirken. In den anderen Gebäuden werden verstärkt Glasflächen eingesetzt. In den Studier-/ Verwaltungsbauten entsteht so eine offene, kommunikationsfördernde Atmosphäre, die den geistlichen Austausch fördern soll. Besonders die Archive sind als gläserne Zone komplett für Besucher wahrnehmbar.

 

e) Konstruktionsstruktur

Die thermische Hülle aller Gebäude soll komplett luftdicht sein, sodass Lüftungswärmeverluste minimiert werden. Mit einer Dämmstärke von 150mm an den Außenwänden, 200mm auf dem Dach und einer Perimeterdämmung im Fundamentbereich werden die Transmissionswärmeverluste gering gehalten. Die Fenster werden durch ihre 3-Scheibenisolierverglasung und die gedämmten Aluminiumprofile im höchsten Wärmeschutzstandard ausgeführt. Der Sonnenschutz ist außenliegend angeordnet und kann somit bestens zur Minimierung der ungewollten solaren Einträge beitragen. Auch beim Materialeinsatz soll umweltbewusst agiert werden. So werden soweit wie möglich alle Betonbauteile aus Recyclingbeton hergestellt. Der Anteil von reinem Betongranulat liegt hier bei 95 %, sodass auch Sichtbetonqualität erreicht werden kann. Die Kerndämmung wird ebenfalls aus einem ökologisch verträglichen Stoff hergestellt.

 

f) Energetische Struktur

Das Ensemble um das Domschatzmuseum soll sich auch energetisch den heutigen und zukünftigen Standards anpassen. Da vor allem die Licht- und Ausstattungsstechnik von Museum und Bibliothek durch einen hohen Strombedarf zu einem erhöhten Primärenergiebedarf beitragen werden, soll in anderen Bereichen Energie eingespart werden. Die Heizung aller Gebäude wird durch den Fernwärmeanschluss an das Heißwassernetz Erfurts gewährleistet. Die Fußbodenheizung wird beispielsweise durch Fernwärme gespeist. Die Fernwärme von Erfurt hat einen fP-Faktor von 0,32 und trägt somit positiv zum Primärenergiebedarf bei. In Bibliothek und Museum werden die Rohre der RLT Anlage in die Hohlkammern der Spannbetondecken eingelassen. Durch Schlitz-Öffnungen wird der Luftaustausch ermöglicht. Die Wärme aus der Abluft wird durch einen Wärmetauscher für die Erwärmung des Trinkwassers genutzt. Das Trinkwasser wird außerdem über den Fernwärmeanschluss erhitzt. In den kleineren Gebäuden (Forscherhaus + Verwaltungsgebäude) wird die Lüftung über nutzerunabhängige Luftdurchlasselemente gewährleistet.

 

FAZIT: Am Ende soll sich Insgesamt im Großen wie im Kleinen ein eigenständiges Museumsquartier herausbilden, dass in der Domstadt Erfurt wie eine eigene Stadt am Fuße des Doms in Erfurt erscheint.

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