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Erweiterung der Kunstakademie Düsseldorf © Moritz Richter

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Erweiterung der Kunstakademie Düsseldorf - der Innenhof © Moritz Richter

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Grundriss EG 200 © Moritz Richter

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Grundriss 1.OG © Moritz Richter

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Grundriss 2.OG © Moritz Richter

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Grundriss 3.OG © Moritz Richter

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Grundriss DG © Moritz Richter

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Grundriss UG © Moritz Richter

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Ansicht Heinrich Heine Allee © Moritz Richter

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Ansicht Innenhof © Moritz Richter

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Ansicht Ratinger Straße © Moritz Richter

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Längsschnitt © Moritz Richter

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Querschnitt © Moritz Richter

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Collagen Innenräume © Moritz Richter

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Isometrie der Altstadt und der Akademiegebäude © Moritz Richter

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Lageplan Düsseldorf © Moritz Richter

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Sprengisometrie Gebäudestruktur © Moritz Richter

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Piktogramm Entwicklung Gebäudeform © Moritz Richter

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Piktogramm Städtebau © Moritz Richter

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Bestandsgebäude der Kunstakademie Nordfassade © Moritz Richter

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Bestandsgebäude der Kunstakademie Ostfassade © Moritz Richter

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Vergleich der Fassaden ALT / NEU © Moritz Richter

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Vergleich der Ratio der Fassaden ALT / NEU © Moritz Richter

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Detailansicht des Erweiterungsbaus © Moritz Richter

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Fassadenschnitt I © Moritz Richter

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Fassadenschnitt II © Moritz Richter

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Detailisometrie der Fassade EG © Moritz Richter

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etailisometrie der Fassade OG © Moritz Richter

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Detail Sprengisometrie der Fassadenstruktur © Moritz Richter

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Analyse der Bestandsfassade - Materialien © Moritz Richter

Erweiterung der Kunstakademie Düsseldorf

Atelier Richter

Der Entwurf einer Erweiterung für die Kunstakademie Düsseldorf beruht auf der theoretischen Auseinandersetzung der Geschichte der Akademie, der architektonischen Analyse des Gebäudes und des Klassizismus. Er reagiert zeitgenössisch auf den Bestand und schafft eine bewusste architektonisch Nähe.

 

Das städtebauliche Konzept des Erweiterungsbaus für die Kunstakademie Düsseldorf beruht darauf, die größte räumliche Nähe zu den Bestandsgebäuden in dem altstädtischen Kontext zu schaffen, um das ganzheitliche Gefüge der Kunstakademie zu erhalten und zu stärken. Am nordöstlichen Rande der Düsseldorfer Altstadt, an der Kreuzung von Ratinger Straße, Maximilian-Weyhe-Allee, Fritz-Roeber-Straße und Heinrich-Heine-Allee befindet sich das Grundstück für den Erweiterungsbau der Kunstakademie. An dieser Kreuzung treffen die mittelalterlichen Strukturen Altstadt auf die Stadterweiterungsplanungen aus dem 19. Jahrhundert von Adolph von Vagedes.

Genau an den Anfang der Heinrich-Heine-Allee richtet sich der Neubau mit seiner langen an der Straßenflucht aus und führt diese weiter. Auf der östlichen Seite blickt das Gebäude dem Hofgarten und dem Ratinger Tor entgegen, westlich öffnet es sich der Kunstakademie und der Altstadt. Bewusst rückt der Gebäudekörper von der Bestandsbebauung ab. Wie alle wichtigen Gebäude in der Altstadt - die Kunstakademiegebäude, die Kreuzherrenkirche und das Phoenix-Haus - steht auch die Erweiterung als ein solitäres Gebäude dort. Ein zweiter, maßstäblich der Altstadtbebauung angepasster Baukörper, schließt an der Ratinger Straße an den Bestand an und vermittelt zwischen der Altstadtbebauung und dem großen solitären Erweiterungsbau.

Durch das Abrücken der Baukörpers entsteht eine kleine Hofsituation, die öffentlich genutzt werden kann. Die Kunstakademie, mit nun vier Gebäuden in der Altstadt, schließt die Altstadt nun nicht nur wie bisher nach Westen und Norden ab, sondern nun auch nach Osten. Bei der Überlegung, welche Fachbereiche in den Neubau integriert werden können, ergab sich folgende Logik. Die „alten“ Künste, wie Bildhauerei, Malerei, Graphik und freie Kunst benötigen die großzügigen Ateliers im Hauptgebäude. Sie sind geschichtlich dort am verwurzeltsten und sie benötigen die Nähe zu den Werkstätten im Hauptgebäude. Die eher zeitbasierten Medien und dementsprechend „neueren“ Fachbereiche Photographie und Film- und Video, sowie de Baukunstklasse werden in den Erweiterungsbau intergriert.

Das Gebäude ist so strukturiert, dass im Erdgeschoss eine flexible Ausstellungsfläche entsteht, auf der die Studenten während des ganzen Semesters ausstellen und präsentieren können. Dieser Bereich ist frei bespielbar, kann verändert und angepasst werden und auf alle Forderungen der Studenten reagieren. Während des jährlichen Rundgangs der Akademie bietet diese Räumlichkeit genügend Platz, um die einzelnen Fachbereiche standesgemäß zu präsentieren. Jeweils eins der drei folgenden Geschosse ist einem Fachbereich zugeordnet. Jede Etage mit ca. 750 m2 kann frei genutzt werden. Genügend Arbeitsplätze für die Studenten,für Tischgespräche, Präsentations- und Projektionsfläche stehen zur Verfügung.

Im 4. Obergeschoss, einem Staffelgeschoss befindet sich ein Freiatelier, in dem z.B. Studioaufnahmen, kreatives und freies Arbeiten stattfinden kann. Die Struktur des Grundrisses ist durch Stützen und Unterzüge gegliedert und ansonsten frei. Diese architektonischen Elemente strukturieren die große Fläche, ohne sie zu teilen. Dadurch wird das gemeinschaftliche, atelierartige Arbeiten unterstützt. Gleichzeitig hält die innere Struktur alle Fassaden zusammen, verbindet die Nordfassade mit der Südfassade und die Westfassade mit der Ostfassade. Innen und außen sind eng miteinander verbunden und die Allansichtigkeit der Fassade wird betont. Die Fassadengestaltung baut bewusste eine architektonische Nähe zu dem Hauptgebäude der Kunstakademie auf.

Bei der Analyse der Akademiefassaden wurden die wichtigsten architektonischen Elemente herausgefiltert und in eine zeitgemäße Architektursprache übertragen. Es entsteht eine Fassade, die sich dem Rhythmus und der Struktur der Bestandsfassaden anpasst und gleichzeitig eine zeitgenössische Eigenständigkeit erreicht. Die Hauptfassade des Akademiegebäudes aus dem Jahre 1879 weist als übergreifendes architektonisches Stilmittel eine Doppelpilasterstellung in den Obergeschossen auf. Basierend auf einem einheitlichen Raster gliedert diese Doppelpilasterstellung die Fassade. Zwischen den Doppelpilastern befinden sich die Öffnungen und Ornamentflächen. An dieser prägnanten Struktur orientiert sich die Fassade des Entwurfes.

Durch die Wahl des Fassadenmaterials Backstein entsteht eine weitere Verbundenheit zwischen Alt und Neu. Einerseits fiel die Wahl auf Backstein, um sich der Akademie weiter anzupassen, anderseits muss das Fassadenmaterial auch den direkten städtischen Kontext respektieren. Die Gebäude der Altstadt sind größtenteils ebenfalls aus Backstein und das direkte Nachbargebäude, das Phoenix-Haus, weist sogar backsteinexpressionistische Züge auf. Das Material bestimmt somit die äußere Erscheinung und gleichzeitig auch den Rhythmus. Basierend auf dem oktametrischen System ist sowohl Fassade als auch der Grundriss strukturiert. Das 12,5 cm-Raster bestimmt die Dimensionen der Pilaster, der Zwischenflächen und der Öffnungsbreiten.

Die konsequente Durcharbeitung dieses System schafft die Möglichkeit eine klare und reine Logik zu schaffen, die eine Allansichtigkeit der Fassade schafft. Zeitgemäß ist die Fassade des Neubaus mit Betonfertigteilen und einer Ziegelverkleidung ausgeführt. Die Entscheidung fiel auf Fertigteile, als eine zeitgemäße und äußerst präzise Art des Bauens. Die Feingliedrigkeit der Pilaster in den Obergeschossen spricht ebenfalls für eine solche Konstruktion. Des Weiteren ist es durch das Verblendmauerwerk möglich die Fugen der stoßenden Fertigteile zu kaschieren. Ein homogenes und sauberes Mauerwerksbild entsteht.

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