Projekt: Perspektive Münzstraße

Perspektive Münzstraße

Projekt: Perspektive Innenhof

Perspektive Innenhof

Projekt: Lageplan

Lageplan

Projekt: Pitkogramme

Pitkogramme

Projekt: Tiefgarage

Tiefgarage

Projekt: Erdgeschoss

Erdgeschoss

Projekt: 1. Obergeschoss

1. Obergeschoss

Projekt: 2. Obergeschoss

2. Obergeschoss

Projekt: Grundriss Wohneinheit

Grundriss Wohneinheit

Projekt: Ansichten

Ansichten

Projekt: Schnitte

Schnitte

Projekt: Verband

Verband

Projekt: Sockeldetail

Sockeldetail

Projekt: Fensterdetail

Fensterdetail

Projekt: Fensterdetail Horizontal

Fensterdetail Horizontal

Projekt: Attikadetail

Attikadetail

Projekt: Balkondetail innen

Balkondetail innen

Projekt: Balkondetail außen

Balkondetail außen

Projekt: lageplan

lageplan

Projekt: piktogramme

piktogramme

Projekt: Tiefgarage

Tiefgarage

Projekt: Hochparterre

Hochparterre

Projekt: 1. OG

1. OG

Projekt: 2. OG

2. OG

Projekt: Grundriss Wohneinheit

Grundriss Wohneinheit

Projekt: Schnitte

Schnitte

Projekt: Detail Sockel

Detail Sockel

Projekt: Detail Fenster

Detail Fenster

Projekt: Detail Fenster horizontal

Detail Fenster horizontal

Projekt: Detail Attika

Detail Attika

Projekt: Detail Balkon innen

Detail Balkon innen

Projekt: Detail Balkon außen

Detail Balkon außen

Stadt (h)aus Ziegel

Patrick Pazdzior

Der vorliegende Entwurf entsteht funktional und konstruktiv aus dem Kontext und reizt das Thema „Bauen mit Ziegel“ bis in das Detail aus, um so eine Alternative zu den gängigen Vorgehensweise im Zuge der Nachhaltigkeit aufzuzeigen und zu untersuchen. Ziel ist eine Zukunftsfähigkeit sowohl der Konstruktion als auch der Nutzung.

Das zu bearbeitende Grundstück in Münster, Westfalen liegt etwa auf der Linie der ehemaligen Stadtmauer. Südlich des Grundstücks befindet sich eine stark frequentierte Ringstraße, nördlich die Promenade, welche den Grüngürtel des Stadtkerns bildet. Zentrumsnähe ist sowohl durch Blickbezüge als auch durch die schnelle Erreichbarkeit vieler Geschäfte und Dienstleistungen gegeben, welche neben dem Wohnen und dem direkten Nachbarn in Form des Finanzamts das Umfeld charakterisieren. Das Ziel des Entwurfs ist in der Materialwahl und in der Nutzung ein Konsens mit dem Vorgefundenen, der jedoch nicht durch eine einfache Geschossbebauung, sondern stattdessen mit dem Konzept der Stadt in der Stadt erreicht wird. Da Vorder- und Rückseite sehr öffentlich sind, schafft der Gebäudekomplex einen halböffentlichen Mikrokosmos, der angrenzende Straßen und den grünen Ausblick einbindet. Ziel sowohl der Nutzbarkeit als auch der Konstruktion ist eine lange Lebensdauer, die durch die Wahl des Materials, sowie eine hohe Flexibilität der Grundrisse erreicht wird. Ein Grundrisstyp, bestehend aus eine Diele von der aus mehrere gleichwertige Räume erschlossen werden, wie er oft bei Gründerzeithäuser zu finden ist, dient der einfachen Umnutzung der Einheiten ohne große Umbaumaßnahmen. Diese Flexibilität ermöglicht verschiedenste Nutzungen, so finden sich im Erdgeschoss des südlichen Riegels ein Café, Einzelhandel und Dienstleistung. Im Erdgeschoss und 1. Obergeschoss des östlichen Teils des nördlichen Riegels findet sich aufgrund der fehlenden Sonneneinstrahlung ein kleines Museum. Diese Nutzungen sind allerdings nur stellvertretend für eine Vielzahl möglicher Nutzungen. Hauptsächlich ist der Komplex mit drei verschieden dimensionierten Grundrissen dem Wohnen vorbehalten. Diese Umnutzbarkeit schlägt sich auch in der Geschosshöhe von 3,50 m nieder, die auch eine bessere Belüftung und größere Fenster ermöglicht. So wird Nachhaltigkeit nicht allein über den Energieverbrauch definiert, sondern v.a. über die Langlebigkeit der Konstruktion und der Grundrisse. Im Gegensatz zu hochtechnisierten Gebäuden, die den Nutzer schon fast als Störfaktor sehen, fordert der vorliegende Entwurf den Nutzer zu einem aktiven Wohnen und Benutzen auf: Fenster müssen z.B. zwecks guter Luftqualität und angenehmer Temperatur von Hand betätigt werden, um einer Überhitzung im Sommer entgegenzuwirken oder solare Erträge im Winter zu verbessern. Der Werkstoff Ziegel und ferner die Mauer, welche mit Werten verbunden werden, wie Gemütlichkeit, der in Norddeutschland vorhandene Ortsbezug, aber v.a. Schutz und Beständigkeit, betten das Gebilde, das formal auffällt, in den Kontext ein. Die massiven Wände der beheizten Bereiche sind in drei Schichten gegliedert, von denen jede bestimmte Anforderungen erfüllt. Die äußere und innere Schicht aus Vollziegel dient dem Witterungsschutz, der Speicherfähigkeit und der Lastabtragung, die mittlere aus ungefüllten Hochlochziegeln der Dämmung des Gebäudes. Um eine Schalenfuge von min. 2 cm und gleichzeitig eine den thermischen und lastabtragenden Eigenschaften zukommende Verzahnung des Mauerwerks zu erreichen, werden die Maße der Lager- und Stoßfugen variiert. Die Verzahnung bildet sich nach außen in Form von abwechselnden Schichten von Läufern und Bindern ab und so wird das Innere der Konstruktion nach Außen abstrahiert. Fenster, Wände und andere Bauteile haben eine unterschiedliche Lebensdauer, so wird der in der Wandkonstruktion begonnene Verzicht auf Dämm- und Klebstoffe auf alle anderen konstruktiven Bauteile mit einer langen Lebensdauer (>25 a) ausgeweitet, um so eine Zukunftsfähigkeit zu garantieren, wie sie z.B. herkömmliche zweischalige Konstruktionen mit dazwischenliegender Dämmung nicht erreichen. Das Kastenfenster wurde aufgrund seines nicht schlagartig abfallenden Temperaturgefälles gewählt. Eine übliche Wärmeschutzverglasung würde die Dämmebene wie ein Messer im Bereich der Laibung fortführen. Dies erfordert jedoch verbesserte Dämmwerte im Laibungsbereich, was durch das Kastenfenster umgangen wird. Gleichzeitig bietet es unterschiedliche Modi der Energieeinsparung und -gewinnung. Wo das Mauerwerk aufgrund seiner Fugen auf lange Sicht Wassereintritt zur Folge hätte, wird stattdessen WU-Beton oder Keramik verwendet, so z.B. als Wanne der Balkondecken, als redundantes System bei der Dachkonstruktion oder als Attikaabdeckung, die gleichzeitig das Gesims des benachbarten Finanzamts aufnimmt. Der Entwurf, durch den Kontext begründet, mit dem Ziegel im Fokus, wird so konsequent bis ins Detail fortgeführt, garantiert eine lange Lebensdauer für unterschiedlichste Nutzung und ermöglicht auch ein zukünftiges Weiterbauen.

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