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Umgebendes Wohnquartier © Tobias Rabold

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Merkur Fabrik, Vorderseite mit Anbau © Tobias Rabold

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Blick auf Badehaus © Tobias Rabold

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Merkur Fabrik Soest © Tobias Rabold

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Bestandssituation © Tobias Rabold

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Ansicht Nord © Tobias Rabold

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Ansicht Ost © Tobias Rabold

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Ansicht Süd © Tobias Rabold

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Ansicht West © Tobias Rabold

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Grundriss 00 © Tobias Rabold

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Grundriss 01 © Tobias Rabold

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Grundriss 02 © Tobias Rabold

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Fassadenschnitt © Tobias Rabold

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Lageplan © Tobias Rabold

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Entwurfsdiagramm © Tobias Rabold

Zitat und Variation - Nutzungskonzept für die Merkur Fabrik

Tobias Rabold

Städtebaulicher Masterplan mit ca. 200 Wohnungen und Umnutzungskonzept der ehemaligen Glühlampenfabrik "Merkur" unter besonderer Rücksichtnahme auf den denkmalpflegerischen Umgang mit dem Bestand. Die Arbeit wurde im Rahmen eines Studentenwettbewerbs der Deutschen Stiftung Denkmalschutz verfasst.

 

Mit dem vorliegenden Umnutzungskonzept wird das gesamte Areal um die ehemalige Glühlampenfabrik in Soest umgestaltet und soll künftig dringend benötigten Wohnraum beherbergen. Für das Merkurquartier wird eine Bebauung mit vier- und fünfgeschossigen strengen, aber locker gesetzten Baukörpern vorgeschlagen. Hierdurch wird eine klarere städtebauliche Figur trotz größerer Flexibilität erreicht. Besonderes Augenmerk wurde bei der Positionierung der neun Körper auf die Schaffung von qualifizierten Freiflächen gelegt, welche sich mäandernd zwischen den Kuben aufspannen. Der Fokus liegt auf einer Bewohnerstruktur, welche auf die aktuellen demografischen Entwicklungen reagiert.

Dies wird beim Nutzungskonzept des restlichen Merkur-Quartieres noch deutlicher: Hierbei soll ein Synergieeffekt zwischen den ansässigen Ärztehäusern, den Bewohnern und dem Ensemble des Merkurgebäudes geschaffen werden. Als größter Baukörper schließt ein Badehaus im Osten den neu entstehenden Stadtplatz. Hier kann ein ruhigeres und besinnlicheres Badeerlebnis geschaffen werden, als in Soests großem Spaßbad. Der neu entstehende „Gebrüder-Rosenthal-Platz“ wird im Norden und Westen vom höchsten Gebäude des Ensembles flankiert: Die alte Glühlampenfabrik und das eigentliche Kernstück des Entwurfes, das durch eine vielfältige Funktionsmischung einer dem Denkmal angemessenen Nutzung zugeführt wird. Grundgedanke und titelgebendes Konzept war das stetige Zitat der historischen und ideellen Substanz des Merkurgebäudes nicht nur durch die Verwendung von Ziegeln als Fassadenmaterial für alle neuen Gebäudeteile.

In Anlehnung an die ehemalige Funktion des Gebäudes als Produktionsstätte soll im Gebäude wieder produziert werden, wenngleich auch nur in ideellem Maßstab. Als Nutzungen werden neben einer Brauerei und einem Restaurant auch ein Gästehaus, sowie Büro- und Ateliereinheiten vorgeschlagen. Der neue Dachaufbau schließt mit sichtbarem Zeitgeist die Lücke zwischen zwei Gebäudeteilen. Als provokantes, neues Element ruht der geschlossen wirkende Baukörper auf dem historischen Gebäude, nimmt aber mit der einzigen Öffnung je Seite präzise die Flucht der historischen Fassadengliederung auf. Außerdem zitiert der Aufbau im Inneren abstrakt durch sein expressives Aussteifungskonzept das abgebrochene Sprengwerk des Mansarddaches und schließt mit seiner Haut aus wiederverwerteten Ziegeln die offene Naht am benachbarten Gebäudeteil.

Der dreigeschossige Anbau schafft mit der massiven Fuge einen klaren Abschluss des Bestandsgebäudes. Die angrenzende Fassade wird durch die Materialwahl zitiert und eigenständig interpretiert, was die gesamte bauliche Geschichte des Merkurgebäudes stringent weitererzählt. Maßgeblich für die bauliche Umnutzung ist es, so viele Teile der Originalsubstanz zu erhalten, die denkmalwürdige Gliederung des Gebäudes wieder herzustellen und neue Teile vorsichtig einzufügen und wo möglich klar ablesbar zu machen.

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