Backstein.com verwendet Cookies. Mit der Nutzung dieser Website sind Sie mit der Speicherung von Cookies einverstanden und akzeptieren unsere Datenschutzerklärung. Ok

Backstein.com
Bietet Bauherren, Architekten und Investoren das passende Fundament.

News

Regionalität als Vorteil: Die Auswirkungen von COVID-19 auf die Backstein-Industrie

Die deutschen Backstein-Hersteller sehen sich grundsätzlich gut gerüstet, um die Krise zu bewältigen. Gerade die Regionalität der Bauwirtschaft kann sich dabei als massiver Vorteil für die Industrie erweisen.

© Markus Mirschel

© Markus Mirschel

Das erste Quartal 2020 war gut für die Backstein-Industrie. Doch mit der Corona-Krise droht wie fast überall ein deutlicher Produktionsrückgang für das zweite Quartal. Die Hauptursache sind zunächst geschlossene Baustellen im europäischen Ausland. 

 

Die Backstein-Hersteller sehen sich grundsätzlich gut gerüstet, um die Krise zu bewältigen, wie eine aktuelle Verbandsumfrage zeigt. Alle Vorkehrungen sind getroffen, um Mitarbeiter vor Ansteckung zu schützen sowie Produktion und Logistik fortzuführen. Dazu zählen Pandemie-Pläne, verstärkte Hygienemaßnahmen, getrennte Schichten und Arbeitsplätze im Home-Office. Auch Produktionskürzungen und Kurzarbeitergeld wurden bei einzelnen Firmen vorbereitet. 

baustellenbild

©Alexander Osthues

Verbandspräsident Stefan Jungk sieht in der Regionalität der Ziegelbranche einen entscheidenden Standortvorteil: „Rohstoffe, Produktion und Baustellen liegen nah beieinander. Dabei dominieren nicht die ganz großen Baustellen, sondern viele kleinere bis mittlere, auf denen unsere Produkte verarbeitet werden. Hygiene- und Abstandsregeln sind dort besonders gut einzuhalten. Kurze Wege verringern nicht nur das Ansteckungsrisiko. Wir bleiben für unsere Kunden lieferfähig. Und im Gegensatz zu anderen Branchen sind wir im Wesentlichen unabhängig von internationalen Warenströmen. Nach einem soliden ersten Quartal rechnen wir jedoch in den kommenden Monaten mit einem verzögerten Umsatzrückgang. In welchem Ausmaß das sein und welche Folgen das für die Baubranche insgesamt haben wird, hängt von der Dauer der Krise ab.“


baustellenbild-mit-silo

© Kopfkunst, Agentur für Kommunikation

Kaum noch Bautätigkeit in Österreich und Italien

Die traditionell starke bayerische Ziegelindustrie sieht sich im Inland dank der hauptsächlich regional geprägten Wertschöpfungskette trotz der Pandemie gefestigt. Lediglich im Export gebe es deutliche Einschränkungen, weiß Vizepräsident Johannes Edmüller, Schlagmann Poroton: „Klassische Absatzregionen wie Tschechien, Österreich und vor allem Norditalien sind spürbar zurückgegangen. Regional ist die Situation beherrschbar, so lange die Baustellen offenbleiben. Die zunehmenden Baustellenschließungen im westeuropäischen Binnenmarkt hingegen treffen die Ziegelindustrie stark.“

 

„Bisher agiert die Bundesregierung mit Augenmaß. Schutzschirm und Kurzarbeitergeld können helfen, die Krise zu meistern. Jetzt gilt es, schnellstmöglich einen Rückgang der Infektionsraten herbeizuführen, damit zumindest stufenweise eine Rückkehr in die Normalität vorbereitet werden kann. Weil die regional organisierte Bauwirtschaft traditionell Konjunkturlokomotive nach Krisen ist, bleibt es auch für die Industrie essenziell, die Baustellen offen zu halten“, so Präsident Stefan Jungk.


27 Social Housing | Luis Martínez Santa-Maria | © Roland Halbe | Einreichung im Rahmen des Fritz-Höger-Preises 2014