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Themenspezial: Wohnungsbau

Bezahlbarer Wohnungsbau für alle!

BERLIN. In Deutschland fehlen über eine dreiviertel Million Wohnungen. Und der Bedarf insbesondere an günstigen Wohnungen in den Städten steigt und steigt, bedingt auch durch die ins Land kommenden Flüchtlinge. Eine Expertengruppe der deutschen Architektenkammer hat nun einen umfangreichen Maßnahmenkatalog erarbeitet.

Gutes Beispiel: Architektonische Qualität trotz niedrigem Quadratmeterpreis –  Wohnanlage Langerak in Utrecht. <br>Foto © Stefan Müller (Einreichung im Rahmen des Fritz-Höger-Preises 2011)

Gutes Beispiel: Architektonische Qualität trotz niedrigem Quadratmeterpreis – Wohnanlage Langerak in Utrecht.
Foto © Stefan Müller (Einreichung im Rahmen des Fritz-Höger-Preises 2011)

Die Architekten legen Bund, Ländern und Kommunen wie auch der Wohnungswirtschaft ein Aktionsprogramm vor. Das Programm soll die „Kernempfehlungen und Maßnahmen“, die in der vergangenen Woche mit Bundesbauministerin Barbara Hendricks im Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen verabschiedet wurden, durch seine fachliche Fokussierung noch ergänzen.

 

„Wir haben aus unserer Erfahrung heraus alle notwendigen Stellschrauben aufgeführt, damit die Planung und Realisierung der so dringend benötigten Bauten noch beschleunigt werden kann“, so die Präsidentin der Bundesarchitektenkammer, Barbara Ettinger-Brinckmann.

 

Änderungen bei den Baustandards, dem Bau- und Planungsrecht und den Genehmigungsverfahren seien dringend erforderlich, um Hemmnisse abzubauen und den Wohnungsbau für alle voranzutreiben. Steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten, eine gezielte Herabsetzung der Grunderwerbssteuer für Wohnungsbauvorhaben und eine verlässliche und übersichtliche Förderung können, so die Meinung der Architekten, dazu beitragen, den Bau kostengünstiger Wohnungen in Deutschland anzukurbeln. Hierbei gelte es aber insbesondere, die privaten Investoren zu motivieren.

 

„Die privaten Haushalte sind Eigentümer von mehr als zwei Dritteln des deutschen Wohnungsbestands. Verdichtung erfordert kleinteilige Maßnahmen im Bestand. Dies geht nur mit den privaten Eigentümern. Sie sind ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg“, erläuterte die BAK-Präsidentin. „Die Architekten stehen bereit, bei der notwendigen Beschleunigung der Planungs- und Genehmigungsprozesse auch die Qualität der Bauten sicherzustellen. Ziel ist eine verlässliche und zukunftsfähige Umsetzung der Herkulesaufgabe eines bezahlbaren Wohnungsbaus“, so Ettinger-Brinckmann.

Positionspapier der BAK

27 Social Housing | Luis Martínez Santa-Maria | © Roland Halbe | Einreichung im Rahmen des Fritz-Höger-Preises 2014