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Bauherren

Unter Palmen

Backstein in den Tropen? Ja klar, sagten die Bauherren – und ließen sich in Sri Lanka ein ebenso überzeugendes wie schlichtes Strandhaus ins Palmen-Paradies bauen.

Winner Gold in der Kategorie „Newcomer-Award“: M&DB Architecten, Den Haag, Niederlande | House LS in Madampe, Sri Lanka
</br>Foto © M&DB Architecten (Einreichung im Rahmen des Fritz-Höger-Preises)

Winner Gold in der Kategorie „Newcomer-Award“: M&DB Architecten, Den Haag, Niederlande | House LS in Madampe, Sri Lanka
Foto © M&DB Architecten (Einreichung im Rahmen des Fritz-Höger-Preises)

Traumhaft schön ist Sri Lankas Westküste mit ihren feinen weißen Sandstränden, kristallklarem Wasser und sich sanft im Wind wiegenden Palmen. Für ihren Traum von einem Ferienhaus in diesem Paradies engagierten die niederländischen Bauherren einfach den eigenen Sohn. Frisch von der Universität, hatte Michael Danne Bolier gemeinsam mit seinem Kommilitonen Dorus Merus kurz zuvor in Den Haag das Architekturbüro M & DB Architecten gegründet.

 

Bei näherer Betrachtung der Strandvillen entlang der Küste fällt auf, dass die Bauten stilistisch einem historisierenden Kolonialstil nacheifern und eine Ära beschwören, als der Inselstaat noch Ceylon hieß und als Kronkolonie zum britischen Empire zählte. Ganz bewusst verfolgte das junge Architekten-Duo einen anderen Ansatz. Erfrischend in seiner Schlichtheit, ist der langgezogene Riegel des eingeschossigen Strandhauses aus einfachen, zumeist vor Ort hergestellten Materialien wie Backstein, Holz und Beton gebaut. Die im Blockverband gemauerten Backsteinwände wirken durch die unterschiedlich breiten Läufer- und Binder-Schichten rustikal und verleihen dem Mauerwerk eine ganz eigene haptische Gesteinsstruktur. Um dem salzhaltigen Meeresklima standzuhalten, wurden die Backsteine mit einer Zementemulsion gewaschen und weiß angestrichen. In Weiß erstrahlt auch das mit Wellblech eingedeckte Satteldach. Der weite Dachüberstand spendet nicht nur Schatten, sondern schützt in der Regenzeit von Mai bis September vor den teils heftigen Niederschlägen des Monsuns Yala.

 

Hell und luftig wirkt das Innere des 172 Quadratmeter großen Strandhauses. Die ebenfalls weiß gestrichene Dachstuhlkonstruktion aus Holz ist bis unter den First offen und scheint beinahe über den Backsteinwänden zu schweben. Durch die Zwischenräume zwischen Mauerwerk und Balkenlage sowie schmale Schlitze über den Fenstern erreichen die Architekten eine natürliche Lüftung, so dass in den Innenräumen trotz des heißen tropischen Klimas die Temperaturen nie höher als 22 Grad steigen. Geselliges Zentrum und Herzstück des Ferienhauses ist der großzügige Wohnraum, der sich über große Holz-Falttüren zum Vorhof und zum Meer öffnet. Abgetrennt nur durch eine freistehende Backsteinwand schließt die Küche an den Wohnbereich an. Drei Schlafzimmer bieten Übernachtungsmöglichkeiten für bis zu sieben Gäste.

 

Übrigens: In der erstmals verliehenen Kategorie „Newcomer“ erhielt das Architekturbüro M & DB Architecten den Fritz-Höger-Preis 2014 in Gold für ihr Erstlingswerk auf Sri Lanka.

The Curving House | Joho Architecture | © Sun Namgoong | Einreichung im Rahmen des Fritz-Höger-Preises 2014