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Nominierte Projekte 2008

Geprägt von Ziegel, Stahl und Glas

Backsteinmauerwerk prägt das Erscheinungsbild des Jahrhunderthauses und nimmt Bezug auf die Tradition der Industriebauten des Ruhrgebietes.

Ansicht Südwesten (Alleestraße). Foto: (c) Peter Lippsmeier

Ansicht Südwesten (Alleestraße). Foto: (c) Peter Lippsmeier

Ein städtebauliches Zeichen im Westpark Bochum – der Gestus des Jahrhunderthauses symbolisiert eine schützende Hand, die die Arbeit der im Hause ansässigen Gewerkschaft wiederspiegelt.

PROJEKTBESCHREIBUNG
Das Gewerkschaftshaus der IG Metall Bochum Jahrhunderthaus liegt zentrumsnah im Westpark der Stadt Bochum an der Alleestraße. Der Entwurf sieht zwei gegenüberliegende Gebäuderiegel in Nord- Südrichtung vor, die durch eine transparente Halle miteinander verbunden sind. Der östliche Flü̈gel ist 9- geschossig und erhält in den oberen beiden Geschossen eine Auskragung nach Westen von ca. 4,40 m.

Der Westflügel ist 4-geschossig (2-geschossiger Versammlungsraum, teilbar, 2. OG Gastronomiebereich, 3. OG Seminartrakt). Das Gebäude wird ü̈ber eine Glashalle erschlossen mit einer Wegeführung von der Alleestraße (Haupteingang) über eine Treppenanlage ü̈ber vier Ebenen in Stahlkonstruktion zum Westpark.
Der Höhenunterschied des Terrains (ca. 7,00 m) wird in der Halle durch vier getreppte Stahlplattformen sichtbar und nutzbar gemacht. Aus dem Grundriss ergeben sich eine Reihe von variablen Nutzungen im Zusammenhang von Restaurant, Foyer und Versammlungsräumen.

Im Erdgeschoss (Niveau Alleestraße) befinden sich an die Halle angeschlossen ein teilbarer Versammlungsraum, ein Internettreff und ein Jugendraum. Die Büroflächen in den Obergeschossen werden über Aufzüge von der Halle aus erschlossen. Im 2. Obergeschoss (Niveau Westpark ca. + 7,00 m) befindet sich im Westflügel eine Gastronomie, welche für Publikumsverkehr geöffnet ist.
Sie orientiert sich mit ihrer Terrasse zum Westpark und erhält hier einen zusätzlichen separaten Eingang.

Das Gebäude ist für eine flexible Büronutzung ausgelegt und ermöglicht eine Gliederung als Kombibüro, als eine 2-hüftige Anlage mit Zellenbüros oder auch als Großraumbüro. Die Etagen sind gut teilbar und ermöglichen eine flexible Vermietung (lichte Raumhöhe 3,00 m). Das Tiefgeschoss erhält eine konventionelle Tiefgarage mit 86 Stellplätzen, welche über die Bessemerstraße mit einer Rampe erschlossen wird.

Prof. Wolfgang Krenz
„Das gewählte Material spiegelt am spürbarsten die historische Vergangenheit des Ortes wieder.“

Das äußere Erscheinungsbild wird durch ein Klinkermauerwerk mit Lochfassade bzw. durch eine Aluminiumglasfassade im Bereich zur Innenseite der Glashalle bestimmt. Die Lochfassade erhält einbrennlackierte Alufenster.
Im Innenbereich zur Empfangshalle hin sind in beiden Riegeln die Fassaden als Glasfassaden ausgebildet. Das Tragwerk der Halle wird in Stahlbauweise hergestellt.

Die Dächer werden als Flachdächer ausgebildet. Die Glashalle erhält ein Glasschuppendach und einen darunter hängenden mobilen textilen Sonnenschutz (Gewächshausbehang). Die Gebäudegestalt bezieht sich auf die Industrietradition der Region, d. h. dem „Genius Loci“, und wird geprägt durch die Verwendung von Ziegel, Stahl und Glas.

Die Gebäudeform entwickelt sich aus der Tradition des funktionalen Industriebaus hin zu unserer Idee eines poetischen Rationalismus, bei welchem neben allen Ansprüchen an die Gebrauchstüchtigkeit des Gebäudes der einfache kubische Körper eine bildhafte Geste im Sinne eines konzeptionellen Ansatzes erzeugt.

Der Gestus des Gewerkschaftshauses der IG Metall erscheint wie eine geöffnete Hand. Die geöffnete Hand selbst als Symbol ermöglicht viele Deutungen: die schützende Hand oder auch die tatkräftige werktätige Hand. Wir sind sicher, dass dem Betrachter weitere persönliche Assoziationen in den Sinn kommen werden.

Archwerk Generalplaner, Bochum



PROJEKTDATEN
Ort: Westpark Bochum
Bauherr: IGEMET Treuhandverwaltung
Architekt: Archwerk Generalplaner KG
Bebaute Fläche: 1.850 m2
Bruttogesamtfläche: 7.650 m2
Anzahl Geschosse: 8
Planungsbeginn: Mai 2001
Fertigstellung: September 2005
Baukosten: 9.735.000 EUR

 

Nominiert für den Fritz-Höger-Preis 2008 für Backstein-Architektur in der Kategorie
„Büro- und Gewerbebauten“.