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Nominierte Projekte 2008

Im würdevollen Rahmen

Ein außergewöhnlicher Sakralbau ziert in Duisburg-Wahnheimerort den Waldfriedhof. Über die gesamte Breite der Halle öffnet sich das neue Krematorium der Natur, dem Wald.

Glashalle im Erdgeschoss. Foto: (c) Archwerk Generalplaner KG, Sascha Völzke

Glashalle im Erdgeschoss. Foto: (c) Archwerk Generalplaner KG, Sascha Völzke

 
Eine großzügige Verglasung bezieht die natürliche Umgebung bewusst mit ein und macht den Kreislauf des Lebens und des Vergehens spürbar. Behutsam gestaltete Architektin Jutta Heinze das Krematorium in Anlehnung an den Bestand am Ehrenhof. Der lebendige Backstein lässt die Farben von Licht und Schatten, Sonne und Regen immer wieder anders erscheinen.

PROJEKTBESCHREIBUNG
Das neue Krematorium für Duisburg befindet sich am Haupteingang des Waldfriedhofes in Duisburg-Wanheimerort. An zentraler Stelle sind alle öffentlichen und internen Einrichtungen des Bestattungs wesen zusammengefasst worden. Ziel des Projektes ist ein sichtbares und räumlich erlebbares Zeichen für einen bewussten Umgang mit dem Tod.

Die Konzeption wird im besonderen durch eine architektonische Idee geprägt. Das komplexe Raumprogramm differenziert in Größe, Funktion und Raumqualität, soll zu einem kräftigen, abstrakten Baukörper zusammenfinden, so wie die Außenhaut aus kleinteiligem, buntem, keineswegs perfektem Verblender sich schützend über den gesamten Neubau legt. Unter Einbezug der alten Trauerhalle entstand am sog. Ehrenhof ein Gesamtvolumen mit baulichen Hochpunkten, die mit unterschiedlichen Funktionen besetzt und so organisiert sind, dass eine Trennung zwischen internen und öffentlichen Bereichen möglich wurde.

Zwischen den Hochpunkten erstreckt sich ein zum Wald orientierter überdachter Außenraum, die Andachtshalle. Licht, Schatten und Klima verändern diesen Raum, lassen Farben und Materialien immer wieder anders erscheinen und sollen so kontemplative Erfahrungen möglich machen.

Jutta Heinze
„Ein Backstein dieser Art, Ausdrucksstark im Brand und kräftig im Format, vermittelt ein Gefühl von Unvergänglichkeit, Solidität, Schutz und Wärme.“


Raumhohe Wandscheiben aus Sichtbeton und unterschiedlich gestaltete Lichthöfe lassen je nach Standort immer neue Blick- und Raumbezüge enstehen, so dass neben der räumlichen Geschlossenheit auch der meditative Blick in das Grün des Friedhofes inszeniert wird. Daran angrenzend liegen zwölf Abschiedsräume, die für die Angehörigen jederzeit von der Andachtshalle aus zugänglich sind. Diese Räume erhalten gedämpftes Tageslicht über eine Dachgaube sowie über ein schmales Glasfeld seitlich der Eingangstür. Für Urnenfeiern oder kleine Trauergemeinden steht ein separater, introvertierter Raum zur Verfügung.
Die unterschiedliche Blautönung der Wände und der Decke sowie eine ungewöhnliche Kombination von Tageslicht und Kunstlicht kennzeichnen diesen Raum. Zusätzlich zur bestehenden Trauerhalle, die einschließlich einer prachtvollen Glasfront vollständig renoviert wurde, entstand am Ehrenhof die neue Trauerhalle mit bis zu 120 Sitzplätzen. Auch hier wird durch eine über die gesamte Breite der Halle reichende Verglasung die Natur bewusst mit einbezogen, und lässt wie in der Außenhalle den ewigen Kreislauf des Lebens und des Vergehens spürbar werden. Die natürlichen Materialien und ein sich neigender Lichterhimmel verleihen diesem Raum den stimmungs- und würdevollen Rahmen.

Jutta Heinze, Duisburg


PROJEKTDATEN
Ort: Duisburg Waldfriedhof
Bauherr: Thermoplus Wärmedirektservice Duisburg
Architekt: Jutta Heinze
Bruttogesamtfläche: 3.620 m2
Anzahl Geschosse: 2
Planungsbeginn: Juli 2000
Fertigstellung: September 2002

 

Nominiert für den Fritz-Höger-Preis 2008 für Backstein-Architektur in der Kategorie
„Büro- und Gewerbebauten“.