Backstein.com verwendet Cookies. Mit der Nutzung dieser Website sind Sie mit der Speicherung von Cookies einverstanden und akzeptieren unsere Datenschutzerklärung. Ok

Backstein.com
Bietet Bauherren, Architekten und Investoren das passende Fundament.

Nominierte Projekte 2008

Spiel der Struktur

Ein außergewöhnlich moderner und auch gewagter Bau für die kleine Gemeinde Neuenkirchen im Kreis Steinfurt in Nordrhein Westfalen – mit ihrem neuen Verwaltungsgebäude sorgten die Architekten und Bauunternehmer Anja und Jochen Engelshove für Aufsehen.

Aus der Nähe betrachtet fällt der Blick auf die stark strukturierte, lebendige aber auch strenge Fassade.

Aus der Nähe betrachtet fällt der Blick auf die stark strukturierte, lebendige aber auch strenge Fassade.


Bereits in zweiter Generation führt das Ehepaar Engelshove das Unternehmen seit nunmehr rund 16 Jahren. Über 30 Mitarbeiter, Bauingenieure, Architekten, Bauzeicher, Poliere und Maurer, arbeiten für ihr Unternehmen. Damit auch alle Beschäftigten einen angemessenen Platz finden konnten, wurde ein neues Ver waltungsgebäude dringend notwendig. Eine dynamische Entwicklung, die sich auch in der Architektur widerspiegelt.

PROJEKTBESCHREIBUNG
Das Gebäude besteht aus zwei Kuben, die in einem 90°-Winkel zueinander angeordnet sind. Sie verlaufen parallel zu den zwei Straßen des Eckgrundstücks und fügen sich so harmonisch in die städtebauliche Situation ein. Der zweigeschossige Riegel überragt den eingeschossigen und definiert so eine geschützte Eingangssituation, welche sich besonders durch die unterseitige Verblendung hervorhebt.

Für die Verblendung wurde ein extra produzierter Spezialbrand verwendet. Einzelne aus der Fassade leicht hervortretende Steine gestalten die Fläche lebendig. Die hervor- und zurückspringenden Fenster greifen das Thema der Klinkerfassade auf und geben dem Gebäude von jeder Ansicht eine besondere Spannung. Die „L“-Form des Büros mit den zwei verschobenen übereinanderliegenden Kuben, bieten dem hinteren Garten Schutz und eine natürliche Ruhezone. Zum Innenhof öffnet sich die Fassade mit großen Glasflächen. Sie lösen die Fassade auf und lassen Innenund Außenraum verschwimmen.

Anja und Jochen Engelshove
„Das Material und die Architektur unterstreichen unser Arbeitskonzept“


So gelangt Tageslicht bis tief in das Gebäude und nutzt den Vorteil der solaren Wärmegewinnung. Durch Raffstores kann das Licht gelenkt werden und sie dienen gleichzeitig als Verschattung im Sommer. Die Verwendung der großen schwarzbraunen Holzfenster gewährleistet nicht nur eine gute Belichtung der Innenräume, sondern ergibt auch ein elegantes Spiel zwischen offener und geschlossener Fläche.
Auch im Innenbereich setzt sich die Architektur, das Zusammenspiel von geraden Linien und fließenden Übergängen, fort. Der Einsatz von Glaselementen, einem Luftraum und konsequent einheitlichen Materialien fügen die Innenräume zu einer Gesamteinheit zusammen. Auch der Außenraum ist stark gegliedert und unterstreicht durch die Schlichtheit die Außenhaut des Gebäudes.

Zahlreiche Details unterstützen die gradlinige und markante Bauform. So liegen zum Beispiel die Fallrohre flächenbündig in der Fassade. Eine Auffälligkeit ist die strichgenaue Trennung der Geschosse. Es gibt kein Einschneiden des oberen Geschosses in das untere. Beide Riegel fügen sich geradlinig übereinander. Eine starke Demonstration konsequenter Architektur.

Engelshove Bau, Neuenkirchen
 

PROJEKTDATEN
Ort: Neuenkirchen/ Westfalen
Bauherr: Anja und Jochen Engelshove
Architekt: Anja und Jochen Engelshove
Bebaute Fläche: 196 m2 + 46 m2 Garage
Anzahl Räume: 9
Anzahl Geschosse: 2
Planungsbeginn: Ende 2006
Fertigstellung: Dezember 2007
 

Nominiert für den Fritz-Höger-Preis 2008 für Backstein-Architektur in der Kategorie
„Büro- und Gewerbebauten“.