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Büro- und Gewerbebauten

Ein Kubus für die Kunst

Überaus variabel setzt dieses Terracotta-Atelier in Vietnam den Baustoff Backstein ein. Er strukturiert das Gebäude geradezu künstlerisch – und sorgt für angenehme Raumtemperaturen.

Foto © Oki Hiroyuki (Einreichung im Rahmen des FHP 2017)

Foto © Oki Hiroyuki (Einreichung im Rahmen des FHP 2017)

Das Terracotta-Studio in der Nähe des Flusses Thu Bon im Bezirk Dien Ban der vietnamesischen Provinz Quang Nam zeichnet sich durch seine besondere architektonische Struktur aus. Der Arbeitsplatz des renommierten Künstlers Le Duc Ha gibt der Kunst durch seine schöne Gestaltung Raum. Der Fluss ist von hoher Bedeutung für die Menschen vor Ort, da ein Großteil der Bevölkerung von der Landwirtschaft abhängig ist. Daneben gibt es eine Reihe von Handwerkszentren, in denen traditionelle Produkte wie Terrakotta, Matten oder Seide hergestellt werden. Das würfelförmige Gebäude des Studios misst 7 x 7 x 7 m und ist von einer Plattform aus Bambusrahmen umgeben, auf der die Terrakottaprodukte zum Trocknen ausgelegt werden. Außerdem befinden sich auf ihr zwei große Bänke zum Verweilen, Entspannen und Teetrinken.

 

Die erhöhte Plattform fungiert zudem als Abgrenzung und Trennung vom eigentlichen Studio mit dem Arbeitsbereich. Die Außenwand des Studios besteht aus Vollziegeln und erinnert damit an traditionelle vietnamesische Brennöfen. Die Architektur des Gebäudes greift auch charakteristische Elemente der Kultur des Champa- Königreichs auf, dessen Hauptstadt Trà Ki u sich hier zwischen dem 4. und 7. Jahrhundert befand. Die Ziegel wurden versetzt angeordnet, um Löcher für Belüftung und Kühlung zu schaffen. Diese Wand bildet keine Barriere zwischen Umwelt und Studioinnerem, damit der Künstler den Wind und die Kühle des nahen Flusses spüren sowie die Geräusche der umgebenden Natur erleben kann. Dennoch bietet ihm das Design auch ein gewisses Maß an Ungestörtheit. Im Inneren weist das Studio drei Ebenen auf, die durch eine Treppe miteinander verbunden sind.

 

Ein Holzrahmensystem mit einer Höhe von sieben Metern schafft quadratische Module mit einer Fläche von 60 x 60 cm, die als Regale zur Ausstellung der Kunstwerke dienen. In den umlaufenden Gängen laden Bänke zum Verweilen ein. Gäste können von hier den Künstler bei der Arbeit beobachten sowie durch die Fenster das Flussufer und den Garten bewundern. Der Kern des Studios besteht aus zwei Etagen. Auf der unteren Ebene befindet sich die Drehscheibe, an der Le Duc Ha arbeitet. So können der Künstler und seine Arbeiten von Sonnenaufgang bis zur Abenddämmerung mit dem Sonnenlicht interagieren. Hier können Gäste mit dem Künstler über seine Werke ins Gespräch kommen oder ihn und seinen Schatten still beobachten. Gleichzeitig können sie sehen und spüren, wie die Zeit vergeht, wenn sich die Stimmung der Terrakottakunstwerke mit dem Lauf der Sonne verändert.

 

Vom Zwischengeschoss aus eröffnen sich den Besuchern verschiedene Blickwinkel auf das Studioinnere, aber auch auf die Umgebung. Darüber hinaus können sie dem Künstler durch die kreisrunde Deckenöffnung in der Mitte bei der Arbeit zusehen. In den Regalen auf den oberen Ebenen kann der Künstler seine Arbeiten geschützt vor Überflutungen ausstellen.

Projektdaten

Ort: Quang Nam, Vietnam

 

Bauherr: Nguyen Hai Long, Tran Thi Ngu Ngon

 

Architekt: Tropical Space

 

Grundstücksfläche: 2.000 m2

 

Bebaute Fläche: 49 m2

 

Nutzfläche: 98 m2

 

Umbauter Raum: 343 m3

 

Bauzeit: 2016

 

Baukosten: 17.500 Mio. EUR


Ökumenisches Forum Hafencity Hamburg | Wandel Hoefer Lorch Architekten | Einreichung im Rahmen des Fritz-Höger-Preises 2014