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Einfamilienhaus/Doppelhaushälfte

Hanseatische Raumskulptur

BONN/HAMBURG. Eine der sichersten Altersvorsorgen überhaupt ist die eigene Immobilie. Das Symbol schlechthin für eine „gebaute Lebensversicherung“ ist das Backsteinhaus: massiv, robust, langlebig. Welcher andere Baustoff überdauert schon Jahrhunderte – und sieht dabei bis ins hohe Alter gut aus?

Foto © Anders Sune Berg

Foto © Anders Sune Berg

Die Vorteile der zweischaligen Backsteinwand sind auch bei der Energieeffizienz offensichtlich. Zwischen die tragende Wand und die davor liegende Wand passt jede Menge Wärmedämmung. Und im Sommer garantieren Vor- und Hintermauerwerk angenehme Kühle. Beste Gründe, zeitgemäße Architektur mit dem Baustoff Backstein zu realisieren.

 

Gute Argumente wohl auch für einen Bauherrn, der im Hamburger Westen ein durchaus ungewöhnliches Haus errichten ließ. Auf den ersten Blick überraschend schiebt sich der strenge minimalistische Kubus zwischen die Einfamilienhäuser. Entlang der ruhigen Wohnstraße stehen vornehmlich solche im Volksmund als „Hamburger Kaffeemühlen“ bezeichneten Häuser. Dabei handelt es sich um zweigeschossige Rotklinker-Villen aus den 1920er- und 1930er-Jahren mit annähernd quadratischem Grundriss, der den freistehenden Wohnhäusern eine würfelartige Form verleiht und deren zumeist mit einem Balkon gekrönter Erker an die herausziehbare Schublade einer Kaffeemühle erinnert. Um der rechts und links sogar unter Ensembleschutz stehenden Historie gerecht zu werden, bedurfte es im Vorfeld einiger Gutachten bevor die Baugenehmigung für die Villa schließlich erteilt wurde.

 

Anthrazitfarbenes Mauerwerk

 

Weitgehend geschlossen präsentiert sich die dreigeschossige Fassade zur Straße, einen guten Einblick in das facettenreiche Innere der Villa gibt die Gartenseite. Wie eine plastische Raumskulptur gliederte der Hamburger Architekt Thomas Dibelius den Baukörper durch ein zurückspringendes Staffelgeschoss, die Ganzglasfassade lässt das große Volumen leicht und luftig erscheinen. Als Hommage an die Nachbarschaft ist die Villa in ein anthrazitfarbenes Mauerwerk gehüllt. Ein Format, das der Schweizer Star-Architekt Peter Zumthor ursprünglich für das Diöszesan-Museum in Köln entwickelt hat und das der Villa eine starke Horizontalität verleiht.

 

Konsequenter Innenausbau

 

Der Kontrast von außen zu innen könnte kaum größer sein, der rauen Hülle steht ein konsequenter Innenausbau mit glatten und fast vollkommen weißen Oberflächen gegenüber. Über 400 Quadratmeter Wohnfläche auf drei Ebenen plus Kellergeschoss mit Sauna und Tiefgarage bewohnt der Bauherr zusammen mit seiner Lebensgefährtin und zwei Bengalkatzen. Großzügige Raumzuschnitte gehen offen ineinander über, vom offenen Koch- und Essbereich blickt man über den um drei Stufen abgesenkten Wohnraum hinaus in den Garten. Im ersten Obergeschoss befindet sich neben den Privaträumen auch ein Home-Office. Das Staffelgeschoss mit der großen Dachterrasse beherbergt ein Gästezimmer mit Bad. In der Lounge und auf der Terrasse mit Blick ins Grüne sitzen am Wochenende aber auch die Hausherren gerne.

Ökumenisches Forum Hafencity Hamburg | Wandel Hoefer Lorch Architekten | Einreichung im Rahmen des Fritz-Höger-Preises 2014