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Einfamilienhaus/Doppelhaushälfte

Weiß auf Schwarz

Mit dem Arrangement aus weißen Fensterlaibungen und schwarzer Backsteinfassade setzt das kompakte Wohnhaus einen markanten städtebaulichen Akzent.

Foto © Marcel van der Burg, Amsterdam (Einreichung im Rahmen des Fritz-Höger-Preises)

Foto © Marcel van der Burg, Amsterdam (Einreichung im Rahmen des Fritz-Höger-Preises)

Das Wohnhaus K18V35 ist die Eckbebauung im Süden eines Baublocks von 18 sehr verschiedenen Wohnhäusern. Das Haus bildet durch seine eindeutige Kubatur, Materialisierung und Farbgestaltung trotz seines kleinen und kompakten Volumens einen sehr ausgesprochenen Eckstein und wird so seiner städtebaulichen Funktion als Abschluss eines Baublockes gerecht. Beinahe alle von außen sichtbaren Elemente folgen dieser Funktion. So wird das schwere Backsteinvolumen durch einen gläsernen Spalt von der Nachbarbebauung abgelöst und wirkt hierdurch äußerst plastisch.

 

Die quadratischen, bündig in der Backsteinfassade liegenden Fensteröffnungen sind so angeordnet, dass das Volumen statisch in sich selbst ruht. Diese Ruhe wird nur durch die leicht variierenden Öffnungspaneele aus Aluminium und durch die intervenierende Holzlattung der Parkgarage unterbrochen. Das Format der Backsteine ist länger und flacher als das übliche Standardformat. Es handelt sich um das „Hilversum-Format“, welches schon von Dudoc bevorzugt eingesetzt wurde. Hierdurch wirkt der Baukörper in seinen eigenen Proportionen größer, als er eigentlich ist. Gegenüber den anderen Häusern in seiner Umgebung wirkt er so allerdings verfeinert.

 

Die schwarz gekeimte Fassade referiert direkt an die Amsterdamer Packhäuser des 16. und 17. Jahrhunderts, welche – ebenfalls schwarz gestrichen – wunderbar mit ihren weißen Laibungen kontrastierten. Die Struktur des Gebäudes ist überraschend einfach. Hierdurch entsteht das Potenzial für Varianz und Abweichungen. Dies bietet Raum für Komplexität. Die kleinen Räume werden stark durch ihre Funktionen definiert, die größeren bleiben neutral. Die Funktionen des Wohnhauses sind auf die klassische Art eines Stadthauses gestapelt. Arbeiten, Wohnen und Schlafen haben jeweils ihr eigenes Geschoss. Verbunden sind diese drei Funktionen durch eine Kaskadentreppe, die sich in dem gläsernen Spalt befindet, der das Backsteinvolumen von seiner Nachbarbebauung trennt. Dieser Spalt beinhaltet außer der eichenhölzernen Treppe weiter nichts, auch keine Geschossdecken.

 

Wer diesen Spalt durch die Eingangstür betritt, befindet sich am Fuße eines neun Meter hohen und ein Meter breiten Raumes, der durch seine gläsernen Außenfassaden zwischen öffentlichem Raum und privater Domäne zu liegen scheint. Das heißt auch, dass man als Bewohner beim Verlassen eines Geschosses aus dem schwarzen Backsteinvolumen tritt, um durch die halb öffentliche Welt der Kaskadenhalle wieder zu einer anderen Funktion zu gelangen.

 

pasel.künzel architects

Projektdaten

Ort: Leiden, NL

 

Bauherr: privat

 

Architekt: pasel.künzel architects

 

Grundstückfläche: 90 qm

 

Bebaute Fläche: 54 qm

 

Nutzfläche: 104 qm

 

Umbauter Raum: 470 m3

 

Bauzeit: 2009 - 2010

 

Baukosten: 210.000 Euro


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