Backstein.com verwendet Cookies. Mit der Nutzung dieser Website sind Sie mit der Speicherung von Cookies einverstanden und akzeptieren unsere Datenschutzerklärung. Ok

Backstein.com
Bietet Bauherren, Architekten und Investoren das passende Fundament.

Öffentliche Bauten, Sport und Freizeit

Manifestation von Ruhe

Mit eleganter Zurückhaltung fügt sich der flache Baukörper des Stockholmer Krematoriums in den ihn umgebenden Wald und verstärkt die atmosphärische Verdichtung des Ortes.

Foto © Ioana Marinescu (Einreichung im Rahmen des Fritz-Höger-Preises)

Foto © Ioana Marinescu (Einreichung im Rahmen des Fritz-Höger-Preises)

Das neue Krematorium befindet sich auf welligem Terrain in einem Waldbereich des Skogskyrkogården (Waldfriedhof) in Stockholm, inmitten großer, jahrhundertealter Kiefern. Seine kompakte Backsteinstruktur liegt etwa 150 Meter von der Hauptkapelle entfernt, die im Jahr 1940 von Eric Gunnar Asplund errichtet wurde. Das Motto für dieses Projekt im anonymen internationalen Wettbewerb 2009 lautete: „Ein Stein im Wald“.

 

Besondere Sorgfalt beim Entwurf des neuen Krematoriums wurde auf die Anordnung der Gebäudeteile und den Charakter der Innenräume verwendet. Dank seiner kompakten Gestaltung gestattet es der Grundriss den Mitarbeitern, den Überblick zu behalten, und erforderte nur begrenzte Eingriffe in den wertvollen Wald. Für die Gebäudestruktur wurde weißer Sichtbeton verwendet, was der Stabilität dient, darüber hinaus aber auch dem Innenraum eine gewisse Zurückhaltung verleiht. Der Beton besteht aus vollständig weißem dänischen Zement mit einer Dolomitgesteins-Mischung. Nach Entfernung der Schalungen wurden die Oberflächen nicht mehr behandelt, daher tragen Wände und Decken subtile, aber dennoch spürbare Spuren des Konstruktionsprozesses.

 

Im Innenraum kamen zur Verbesserung der Akustik in manchen Bereichen Lochziegel zum Einsatz, die zudem mit ihrer weißen Glasur den Lichteinfall durch die Öffnungen und Schlitze im Dach reflektieren und akzentuieren. Zu den öffentlichen Bereichen des Gebäudes zählt der Zeremoniensaal, in dem Trauerfeiern an Särgen oder Urnen abgehalten werden. Im Gebäudeinneren gibt es ein Atrium unter freiem Himmel, in dem sich die Mitarbeiter während ihrer Pausen aufhalten können, ohne die Trauernden zu stören. Für die Gestaltung von Fassaden und Dach wurden Backsteine gewählt, um den Oberflächen ein feinstrukturiertes Aussehen zu verleihen und eine Beziehung zu den Stämmen der umgebenden Kiefern herzustellen. Trauergäste und Besucher erreichen das Gebäude über einen Weg aus großen Granitplatten, der durch den Kiefernwald führt. Unter dem großzügig dimensionierten Backsteinvordach am öffentlichen Eingang können sich die Trauernden versammeln oder in direkter Nähe zum Naturwald verweilen. Alle Oberflächen des Vordachs bestehen aus unregelmäßig verlegten Backsteinen. Sie finden sich auf den Fassaden, am Boden und in die Decke des Vordachs gegossen. Ergänzt werden die gemauerten Oberflächen durch eine massive tragende Granitsäule.

 

Johan Celsing Arkitektkontor

Projektdaten

Ort: Stockholm

 

Bauherr: Stockholms Kyrkogärdsförvaltning

 

Architekt: Johan Celsing Arkitektkontor

 

Grundstücksfläche: 3.000 qm

 

Bebaute Fläche: 2.500 qm

 

Bauzeit: 2011 - 2014


Ökumenisches Forum Hafencity Hamburg | Wandel Hoefer Lorch Architekten | Einreichung im Rahmen des Fritz-Höger-Preises 2014