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Sanierungsprojekte

Geschichte trifft Gegenwart

Bei der alten gotischen Kirche von Vilanova de la Barca im katalonischen Lleida fand eine behutsame und gleichermaßen überzeugende Transformation des Bestandes in eine Multifunktionshalle statt.

Fotos © Adrià Goula (Einreichung im Rahmen des FHP 2017)

Fotos © Adrià Goula (Einreichung im Rahmen des FHP 2017)

Das gotische Gebäude der alten Kirche von Vilanova de la Barca in der katalanischen Provinz Lleida stammt aus dem 13. Jahrhundert und wurde bei Bombardierungen während des Spanischen Bürgerkriegs im Jahr 1936 zum Teil zerstört. Seit dieser Zeit war die Kirche eine Ruine, von der nur noch die Apsis, einige Fragmente der Kirchenschiffe und die Westfassade erhalten blieben. Hauptziel des Projekts war es, die Reste der historischen Kirche zu bewahren und ihr ursprüngliches Erscheinungsbild wiederherzustellen, während das alte Gebäude gleichzeitig in einen neuen Mehrzweckraum umgestaltet werden sollte. Es ging darum, einen architektonischen Dialog zwischen alten und neuen Elementen, zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu führen.

Ursprünglich hatte die Kirche den Grundriss einer zweischiffigen Basilika mit Chor und Seitenkapellen. Das Gebäude ist 22 Meter lang und 7 Meter breit und weist im Innenraum eine Höhe von bis zu 10 Metern auf. Im östlichen Teil blieben zwei beeindruckende seitliche Strebepfeiler erhalten, die vermutlich romanischen Ursprungs sind, während in der Apsis ein spätgotisches Kreuzrippengewölbe aus dem 17. Jahrhundert überdauerte. Die gesamte Kirche war mit Mauerwerk aus regionalen Steinquadern errichtet worden, das durch Witterungseinflüsse und Erosion im Lauf der Zeit schwer beschädigt wurde. In der jüngeren Vergangenheit wurde die Kirche zudem durch den Bau eines angrenzenden Einfamilienhauses auf dem ehemaligen Friedhof schwer in Mitleidenschaft gezogen.

Der wichtigste Teil des Projekts befasste sich mit den schützenden Elementen: der Fassade und dem Dach. In diesem Zusammenhang wurden eine neue Ziegelfassade mit einer Gittertextur und ein neues Satteldach mit arabischen Dachziegeln errichtet. Das gesamte System bildet eine neue architektonische Keramikschale, die vorsichtig über die Reste der historischen Mauern gesetzt wurde. Die fensterlose Außenfassade erhebt sich hermetisch und undurchsichtig und bildet einen strukturierten Hintergrund, der die gerillte, dichte und unregelmäßige Textur der historischen Quadersteine aufgreift und so für visuelle Kontinuität und Integration mit der originalen Bausubstanz sorgt.

Für die Innenfassade wurden hingegen weiße Lochziegel gewählt, um den Kontrast und die fehlende Kontinuität zwischen alten Teilen und neuen Elementen zu unterstreichen. Von außen wirkt die alte Kirche restauriert, während im Inneren die Atmosphäre der Ruhe und Selbstbeobachtung des ursprünglichen Gotteshauses bewahrt wurde.

Im Rahmen des Projekts erhielt das Gebäude einen neuen Eingang. Dazu wurde der Bereich des früheren Friedhofs zwischen der Kirche und dem benachbarten Einfamilienhaus umgestaltet. Der bisherige Zugang zur Apsis durch eine sonderbare Tür, die nach der Zerstörung der Kirche eingebaut worden war, wurde ersetzt und der Bereich zu einem Eingangshof umgestaltet. Nachdem ihn die angrenzende Trennwand über Jahre fast erdrückt hat, verleiht ihm diese Transformation nun erneut Würde. Die Pergola, die Bäume und bodendeckende Bepflanzung sowie die Wasserkette sorgen für eine neue Szenografie, die als Eingangsschwelle zum Innenraum der Kirche dient.

AleaOlea achitecture & landscape

 

 

Objektdaten

Ort: Lleida/Spanien

 

 

Baujahr: 2015 – 2016



Architekt: AleaOlea architecture & landscape, Barcelona/Spanien

 

 

Bauherr: AleaOlea achitecture & landscape

 

 

Bebaute Fläche: 300 qm

 

 

Umbauter Raum: 1780 cbm

 

 

Baukosten: 275.000 Euro


Ökumenisches Forum Hafencity Hamburg | Wandel Hoefer Lorch Architekten | Einreichung im Rahmen des Fritz-Höger-Preises 2014