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Wohnungsbau, Geschosswohnungsbau

Rationalität und Beständigkeit

Günstiger Wohnraum und architektonische Qualität schließen sich nicht aus, wie dieses ambitionierte Projekt des Rotterdammer Architekturbüros biq statsontwerp einmal mehr verdeutlicht.

Wohnanlage Langerak: Das 240 Wohnungen umfassende Projekt im Utrechter Bezirk Langerak wurde beim Fritz-Höger-Preis 2011 für Backstein-Architektur in der Kategorie „Wohnungsbau, geschosswohnungsbau“ nominiert. </br>Foto © Stefan Müller, Berlin

Wohnanlage Langerak: Das 240 Wohnungen umfassende Projekt im Utrechter Bezirk Langerak wurde beim Fritz-Höger-Preis 2011 für Backstein-Architektur in der Kategorie „Wohnungsbau, geschosswohnungsbau“ nominiert.
Foto © Stefan Müller, Berlin

Dieses 240 Wohnungen umfassende Projekt bildet die letzte Phase der Stadterweiterung im Utrechter Bezirk Langerak. Südlich der Hauptverkehrsader Langerakbaan erstreckt sich ein Kanal, an dem nach der städtebaulichen Planung von KCAP niedriggeschossige Siedlungen verschiedener Art errichtet wurden. Für die Nordseite hingegen entwarfen Architekten wie Van Herk & De Kleijn, DKV und Architecten Cie urbanere Wohnformen, wie zum Beispiel kombinierte Wohn- und Arbeitseinheiten und große Appartementhäuser. Auch hier war Abwechslung das Motto. KCAP nannte dieses Design das Polka- Motiv, in dem sich ruhige Zonen mit räumlichen Akzenten abwechseln.

 

Das hier beschriebene Projekt besteht aus zwei orthogonalen Blocks, die einen durchgehenden Grünstreifen flankieren. Den Sockel bilden unterirdische Parkgaragen. Dem Polka-Motiv wird durch höhere Türme an den Seiten der Blocks architektonische Form verliehen. Der niedrigere Gebäudeteil dazwischen ist mit seinen Südbalkonen auf die Langerakbaan ausgerichtet. Der Block schließt unmittelbar an den Bürgersteig an. Mit dem Sockel wurde ein bekanntes innerstädtisches Motiv in den Vorort eingeführt. Darauf befinden sich private Terrassen oder französische Balkone, die sich um den gesamten Block herumziehen. Alle Wohnungen verfügen über einen großzügigen Außenraum.

 

Bei den Fassadenmaterialien wurde auf Haltbarkeit und Solidität Wert gelegt. Die Fassadenverkleidung der Wohnungen besteht aus sandfarbenen, vertikal verwendeten Backsteinen. Um die Fensterrahmen aus bronzefarbenem eloxiertem Aluminium ergeben sich dadurch minimale Laibungen. Der Sockel ist durch dunklere Backsteine akzentuiert und umfasst stattliche Hauseingänge. Die Gebäude haben keine Vorder- oder Rückseite. Die Böden und Wände der Eingangshallen sind mit Stein ausgekleidet. Diese Art der Architektur entstand aus der Kultur des Bauens. Während des Gestaltungsprozesses befasste sich der Designer gleichzeitig mit unterschiedlichen Maßstäben. Die Wiederholung der tragenden Strukturen wie auch die Proportionen von Bestandteilen wie Fensterrahmen lassen sich am besten per Computer untersuchen. Die volumetrischen Elemente wurden mithilfe kleiner Handzeichnungen entworfen. Struktur, Material, Proportionen und Details wurden kontinuierlich zueinander in Beziehung gesetzt. Der Planarbeit lag somit eine rationale Methode zugrunde. Das Raummaß des Blocks wiederholt sich (7,50 m), und die tragenden Wände verlaufen überall parallel, was eine effektive Verwendung von Tunnelformen ermöglichte. Die Baukosten für ein Projekt mit den vorhandenen Eigenschaften waren mit 650 EUR pro qm daher überaus gering.

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Wohnanlage Langerak: Das Backsteinmauerwerk ist widerstandsfähig und verleiht dem Gebäude seine facettenreiche Struktur.</br>Foto © Stefan Müller, Berlin
Wohnanlage Langerak: Das Backsteinmauerwerk ist widerstandsfähig und verleiht dem Gebäude seine facettenreiche Struktur.
Foto © Stefan Müller, Berlin

Für die oberen Stockwerke wurden stark nuancierte, beigefarbene Ziegel verwendet. Durch die vertikale Verlegung der Ziegel erhielt die Fassadenoberfläche eine markante Struktur; gleichzeitig ließen sich auf diese Weise Gewicht und Materialkosten minimieren. Dunklere Ziegel aus derselben Fabrik kamen für die Sockel und horizontalen Dekorelemente zum Einsatz. Die Ziegel wurden auf traditionelle Art verlegt, sodass sich für die taktilsten Bestandteile des Gebäudes ein familiärer Maßstab ergibt.

 

Hans van der Heijden, Rotterdam


Projektdaten

Ort: Utrecht, Niederlande

Bauherr: Mitros, Utrecht

Architekt: biq, Rotterdam

Grundstücksfläche: 32.000 qm

Bebaute Fläche: 6.200 qm

Anzahl Gebäude: 2

Wohneinheiten: 240

Planungs- und Bauzeit: 2004 - 2009

Baukosten: 22 Mio. Euro

 

Nominiert für den Fritz-Höger-Preis 2011 für Backstein-Architektur in der Kategorie „Wohnungsbau/Geschosswohnungsbau“.


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