Backstein.com verwendet Cookies. Mit der Nutzung dieser Website sind Sie mit der Speicherung von Cookies einverstanden und akzeptieren unsere Datenschutzerklärung. Ok

Backstein.com
Bietet Bauherren, Architekten und Investoren das passende Fundament.

Sanierungsprojekte

Haus des Jahres 2012 - Rainer Roth Architekt

SPEICHER. Bei der Sanierung eines in die Jahre gekommenen Bungalows aus den 60er Jahren gelang Architekt Rainer Roth eine architektonische Transformation, die sich nicht nur durch räumliche und optische Aufwertung kennzeichnet, sondern auch durch energetische Aspekte. Diese Leistung wurde 2012 im Rahmen des von dem Magazin SCHÖNER WOHNEN ausgelobten Wettbewerbs „Haus des Jahres“ mit dem 1. Preis ausgezeichnet.

Winkelbau: Der sanierte Bungalow grenzt an einen Park mit altem Baumbestand.</br>Foto © Rainer Roth Architekt (Einreichung im Rahmen des Fritz-Höger-Preises 2011)

Winkelbau: Der sanierte Bungalow grenzt an einen Park mit altem Baumbestand.
Foto © Rainer Roth Architekt (Einreichung im Rahmen des Fritz-Höger-Preises 2011)

Die Sanierung des 120 Quadratmeter großen Winkel-Flachbaus in Speicher in der Eifel stellte Bauherren und Architekt vor die grundsätzliche Frage, welches Fassadenmaterial sowohl unter ästhetischen als auch energetischen Aspekten am besten geeignet ist, das sanierungsbedürftige Gebäude zu einem zeitgemäßen, bedürfnisgerechten Wohn- und Lebensmittelpunkt einer 4-köpfigen Familie zu verwandeln. Der Wunsch nach einer nachhaltigen und massiven Fassade sowie die Inspiration durch Ludwig Mies van der Rohes Häuser Esters und Lange in Krefeld führten schnell zu der klaren Entscheidung: Backstein.

Architekt Rainer Roth entschied sich dazu, den einstigen Bungalow aufzustocken. Diese Maßnahme schaffte nicht nur mehr Wohn- und Lebensraum, sondern verlieh dem Gebäude eine neue Präsenz in seinem Umfeld. Gelegen in einem Industriegebiet, vermittelt die neue, skulpturenhafte Erscheinung des Einfamilienhauses zwischen der umliegenden kleinteiligen Wohnbebauung und den großformatigen Industriebauten.

 

Vor die bestehende Massiv-Außenwand wurde eine gemauerte Vorsatzschale mit 20 cm Abstand angebracht. Diese Konstruktion ermöglichte eine elegante Neugestaltung der Fassade sowie das vorbildliche Einhalten der Energie-Einsparverordnungen mit einem U-Wert von 0,17 W/m2K. Die rote Bachstein-Hülle sorgt nicht nur für Schutz und Wärme, sondern verleiht dem Wohnhaus eine ruhige und monolithische Präsenz.

 

 

Herz des Hauses

Innenraumkonzept

Wohnzimmer mit Kamin. Weißer Gipsputz, geöltes Eichenholz für Fußböden und Treppen, Beton-Sichtestrich sowie weiß lackiertes Holz und weiße Türen prägen die Wohn- und Schlafräume.</br>Foto © Rainer Roth Architekt (Einreichung im Rahmen des Fritz-Höger-Preises 2011)
Wohnzimmer mit Kamin. Weißer Gipsputz, geöltes Eichenholz für Fußböden und Treppen, Beton-Sichtestrich sowie weiß lackiertes Holz und weiße Türen prägen die Wohn- und Schlafräume.
Foto © Rainer Roth Architekt (Einreichung im Rahmen des Fritz-Höger-Preises 2011)

Der Innenraum definiert sich durch das „Herz des Hauses“ – dem offenen Wohn- und Essbereich. Dieser öffnet sich zu einer Galerie mit Oberlicht, welche zu dem im neuen Obergeschoss liegenden Elterntrakt führt. Im Erdgeschoss gliedern sich im Seitenflügel der Kindertrakt, das Badezimmer sowie das Gästezimmer an. Das prägnante Panorama-Fenster im Wohnzimmer bewahrte Roth und so öffnet sich aus dem Wohnzimmer immer noch der Blick in den angrenzenden Park.

Alle Räume erhielten einen kompletten Neuausbau, bei dem der Architekt schlichte und elegante Materialien wählte: Der Boden ist mit Beton-Sichtestrich belegt, welcher einen angenehmen Kontrast zu den weißen, in Gipsputz ausgeführten Wänden und den in geöltem Eichenholz gebauten Treppen schafft.

Auch der ursprüngliche Fuß- und Dachbodenaufbau wurde komplett entfernt und durch eine neue, hochwärmegedämmte Konstruktion ersetzt. Das energetische Konzept beinhaltet zudem die Beheizung mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe.
 


Vorbildliches Sanierungsobjekt

Fazit und Projektdaten

Detailansicht: Die Architektur Mies van der Rohes inspirierte zur neuen Fassade.</br>Foto © Rainer Roth Architekt (Einreichung im Rahmen des Fritz-Höger-Preises 2011)
Detailansicht: Die Architektur Mies van der Rohes inspirierte zur neuen Fassade.
Foto © Rainer Roth Architekt (Einreichung im Rahmen des Fritz-Höger-Preises 2011)

Mit der Erweiterung und der Sanierung diese Einfamilienhauses beweist Architekt Rainer Roth nicht nur Sinn für Nachhaltigkeit und Ästhetik, sondern verdeutlicht auch den Facetten-Reichtum des Baustoffes Backstein. Der kubische Backstein-Bau wirkt einerseits geschlossen, solide und ruhig, lässt aber gleichzeitig durch seine vielfältigen Gestaltungsvariationen der Öffnungen einen offenen und expressiven Eindruck entstehen. Eine moderne Backstein-Architektur die zeitlos und zukunftsweisend ist.



Projekt: Haus Poth und Liewer in Speicher in der Eifel
Baujahr: 2007 – 2008
Architekt: RAINER ROTH ARCHITEKT

 

Nominiert beim Fritz-Höger-Preis 2011 für Backstein-Architektur in der Kategorie „Sanierungsobjekte“.


Ökumenisches Forum Hafencity Hamburg | Wandel Hoefer Lorch Architekten | Einreichung im Rahmen des Fritz-Höger-Preises 2014