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Die Sieger des Fritz-Höger-Preises 2014

BERLIN/BONN. Am 19. September 2014 war das Deutsche Architekturzentrum (DAZ) in Berlin Schauplatz der Verleihung des Fritz-Höger-Preises 2014 für Backstein-Architektur. Große Sieger des Abends waren Álvaro Siza und Rudolf Finsterwalder, die für den Siza-Pavillon Insel Hombroich mit dem Grand Prix geehrt wurden. Darüber hinaus wurden – neben dem Grand Prix – erstmalig der Fritz-Höger-Preis in Gold und Silber sowie die Auszeichnung Special Mention vergeben.

Winner Grand Prix: Rudolf Finsterwalder(Finsterwalderarchitekten, Stephanskirchen) nahm die Auszeichnung für das von ihm ausgeführte Projekt entgegen. 
</br>Foto: © KopfKunst | Jan-Paul Kupser

Winner Grand Prix: Rudolf Finsterwalder(Finsterwalderarchitekten, Stephanskirchen) nahm die Auszeichnung für das von ihm ausgeführte Projekt entgegen.
Foto: © KopfKunst | Jan-Paul Kupser

Mit über 500 eingereichten Projekten und großer internationaler Resonanz hat der zum dritten Mal ausgelobte Fritz-Höger-Preis 2014 für Backstein-Architektur seinen festen Platz unter den bedeutenden Architekturpreisen gefunden und präsentiert einmal mehr einen beeindruckenden Querschnitt internationaler Backstein-Architektur.

 

Winner Grand Prix, Winner Gold sowie das „Beste Passivhausprojekt“

Die diesjährigen Siegerprojekte verdeutlichen eindrucksvoll das gestalterische Potenzial, das Bauen mit Backstein zu einem elementaren Bestandteil zeitgenössischer Baukunst macht. So vereint der Siza-Pavillon Insel Hombroich (Álvaro Siza/Rudolf Finsterwalder, Stephanskirchen | Winner Grand Prix) – losgelöst von gestalterischen Konventionen – Architektur, Kunst und Natur zu einer eindrucksvollen Gesamtkomposition. Dem reduzierten Museumsbau gelingt die Inszenierung des Ortes. Dabei steht weniger die Selbstinszenierung im Fokus als vielmehr die Vermittlung von Architektur.

 

Eine andere Philosophie wurde beim Umbau des Atelierhauses in der Züricher Dubsstrasse (Boltshauser Architekten, Zürich | Winner Gold „Büro- und Gewerbebauten“) verfolgt. Im Hof einer Blockrandbebauung präsentiert sich das neu gestaltete Gebäude mit kraftvoller Präsenz und differenziert sich selbstbewusst von dem ihm umgebenen Bestand.

 

Dass sich beim Bauen mit Backstein beständige Solidität und filigrane Details nicht ausschließen, zeigt das Projekt „Defence Colony Residence“ in Neu-Delhi (vir.mueller architects, Neu-Delhi, Indien | Winner Gold „Wohnungsbau/Geschosswohnungsbau“). Das reichhaltige architektonische Erbe der indischen Hauptstadt zitierend ist diese erdbebensicher konstruierte Wohnanlage alles andere als ein Anachronismus. Sein transluzentes Mauerwerk verleiht dem robusten Bauwerk eine Anmutung von Leichtigkeit und bildet für seine Bewohner gleichzeitig eine Schnittstelle zwischen öffentlichem und privatem Raum. Das Zusammenspiel von Offen- und Geschlossenheit bestimmt auch den Entwurf des Projekts „1101 House“ (H Arquitectes, Sabadell, Barcelona, Spanien | Winner Gold „Einfamilienhaus/Doppelhaushälfte“). Die Komposition des dreiteiligen Gebäudeensembles lässt die Grenzen zwischen Innen- und Außenraum schwinden und vereint Wohnfläche und Garten zu einem zusammengehörigen Ganzen.

 

Mit dem Museum Luthers Sterbehaus (VON M, Stuttgart | Winner Gold „Öffentliche Bauten, Sport und Freizeit“) gehört ein weiterer Museumsbau zu den diesjährigen Siegerprojekten. Mit respektvoller Zurückhaltung und architektonischer Eigenständigkeit wahrt der moderne Neubau angemessene Distanz zum geschichtsträchtigen Bestand.

 

Nicht nur Neubauten wurden mit dem Fritz-Höger-Preis 2014 ausgezeichnet, sondern auch zwei Sanierungsprojekte. Bei der Sanierung des Hamburger Bestattungsforums Ohlsdorf (Dohse Architekten, Hamburg | Winner Gold „Ganzheitliche Sanierung“) stand ein zentraler Aspekt im Fokus: die Nähe zum Originalentwurf des Hamburger Baudenkmals. So wurde das ursprüngliche Backsteindach der Fritz-Schumacher-Halle nach historischem Vorbild wieder hergestellt. Die Wiederherstellung des Ursprungszustands war keine Option bei dem „Wiederaufbau“ des abgebrannten Astley Castles in Warwickshire, UK (Witherford Watson Mann Architects, London, UK | Winner Gold „Weiterbauen im Bestand“). Der inmitten der historischen Mauern eingefügte Neubau stabilisiert die Ruine und integriert sie in ein neues lebendiges Haus – ohne ihr ihren offenen Charakter zu nehmen.

 

Auch beim erstmalig ausgelobten Newcomer-Award wurden vielversprechende Projekte eingereicht, von denen ebenfalls zwei mit dem Fritz-Höger-Preis in Gold ausgezeichnet wurden. Dabei handelt es sich um Einfamilienhaus-Projekte wie sie – nicht zuletzt wegen ihrer Standorte – verschiedener nicht sein können. Zwischen Palmen verortet ist „House LS“ in Madampe, Sri Lanka, (M&DB Architecten, Den Haag, Niederlande | Winner Gold „Newcomer-Award“) ein anschauliches Beispiel für architektonische Simplizität. Fernab falscher Kolonialstil-Romantik drückt sich die eigentliche Qualität des Strandhauses in seiner zurückhaltenden Präsenz und kontrastierenden Materialität aus. Weniger exotisch aber ein gelungenes Beispiel für umgenutzen Bestand ist das in der Magdeburger Börde gelegene Haus Stein (Jan Rösler Architekten, Berlin | Winner Gold „Newcomer-Award“). Wenn sich das Gebäude mit Leben füllt, offenbart sich sein Wandel vom landwirtschaftlichen Zweckbau in ein atmosphärisches Wohnhaus.

 

Dass Backstein die optimale Basis für energieoptimiertes Bauen ist, zeigt das Gymnasium mit Sporthalle und Jugendhaus in Frankfurt-Riedberg, Frankfurt am Main (Ackermann + Raff, Stuttgart | Winner Silver „Bestes Passivhausprojekt“). Als wichtiger Baustein des neuen Stadtquartiers ist das innovative Schulgebäude – über seinen formalen Zweck hinaus – ein Vorbild in Sachen Nachhaltigkeit und daher Sieger in der Kategorie „Bestes Passivhausprojekt“.

 

Ausstellung im DAZ

Fast alle ausgezeichneten Projekte werden bis zum 19. Oktober 2014 im Deutschen Architektur Zentrum (DAZ) im Rahmen einer Ausstellung im Detail gezeigt und später an verschiedenen Hochschulen in Deutschland als Wanderausstellung zu sehen sein.

 

Adresse:
Deutsches Architektur Zentrum
Taut Saal
Köpenicker Straße 48/49
10179 Berlin

 

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag 10:00 – 17:00 Uhr
Eintritt frei. (Änderungen vorbehalten)

 

 

Über den Fritz-Höger-Preis für Backstein-Architektur
Der erstmals in 2008 ausgelobte Fritz-Höger-Preis für Backstein-Architektur ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert und wird alle drei Jahre von der Initiative Bauen mit Backstein – dem Zusammenschluss der 18 führenden Backsteinhersteller in Deutschland – in Kooperation dem Bund Deutscher Architekten BDA verliehen.

 

Neue Preissystematik
Aufgrund der hohen Qualität sowie der Vielzahl – der aus insgesamt 23 Nationen stammenden – Einreichungen hat die unabhängige Expertenjury eine neue Preissystematik eingeführt: So wurde in diesem Jahr erstmals ein Grand Prix vergeben. Darüber hinaus wurden rund 20 weitere Projekte mit dem Fritz-Höger-Preis 2014 in Gold und Silber prämiert. Zudem erhielten ausgewählte Projekte die Auszeichnung Special Mention. Damit würdigt die Jury vorbildliche Details, die sich im besonderen Maße hervorheben.

 

Die Jury 2014
Die unabhängige Jury des Fritz-Höger-Preises 2014 setzte sich zusammen aus folgenden fünf Persönlichkeiten: Prof. Andreas Meck, Gesamtsieger Fritz-Höger-Preis 2011, Alexander Schwarz, Partner und Design Director David Chipperfield Architects, Berlin, Prof. Enrique Sobejano, Nieto Sobejano Arquitectos, Madrid (ES), Heiner Farwick, Präsident Bund Deutscher Architekten BDA sowie Kaye Geipel, stellvertretender Chefredakteur des Architektur-Magazins Bauwelt.

 

Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.backstein.com/architekturpreis | www.facebook.com/fritzhoegerpreis

 

Auf Wunsch stellen wir Ihnen gerne aussagekräftiges Bildmaterial sowie weitere Informationen zum Thema für eine Veröffentlichung zur Verfügung.

 

Belegexemplare bzw. ein Link zur Online-Veröffentlichung freundlichst erbeten.

 

Weitere Infos:
Initiative Zweischalige Wand – Bauen mit Backstein
Tel.: (02 28) 9 14 93-18, E-Mail: zwm@ziegel.de
www.backstein.com

 

Pressekontakt:
KopfKunst, Agentur für Kommunikation GmbH
Tobias Steinkamp
Tel.: (02 51) 9 79 17-36, E-Mail: presse@backstein.com

 

PM_FHP2014_Sieger

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Alle Siegerprojekte und Nominierungen im Überblick.


Übersicht: Winner & Nominees 2014

Hintergrundbild: Geschäfts- und Bürogebäude Domstraße, schenk+waiblinger architekten, Hamburg; Foto © schenk+waiblinger (Einreichung im Rahmen des Fritz-Höger-Preises 2011)