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Pressespiegel

Scheibenweise Linientreue

Der holländische Architekt Bart Lens entwarf für zwei Familien dieses Doppelhaus, das an die US-amerikanische Nachkriegsarchitektur erinnert. Das Spiel mit Form und Material brachte dieser architektonischen Zeitreise einen Preis ein.

© Foto: Initiative Bauen mit Backstein

© Foto: Initiative Bauen mit Backstein

Die Skizzen eines Tapezierers prägten den gerade einmal elfjährigen Bart Lens so sehr, dass er Jahrzehnte danach als Architekt ein Haus nach diesen Zeichnungen entwarf. Feine Linien zog der Handwerker damals mit seiner Zigarre an der Wand, um grob festzulegen, wo die Tapetenbahnen verlaufen sollten. Der Entwurf des Doppelhauses, das Bart Lens für eine holländische Familie entwarf, fußt auf diesen feinen horizontalen und vertikalen Linien. Eine ganz besondere Dynamik geht von diesem Haus aus, das von jeder Seite ein völlig anderes Gesicht zeigt. Die Hausfront zur Straße präsentiert sich als gänzlich geschlossene Backsteinmauer – fast wehrhaft. Lediglich die Haustür der linken Partei dringt durch diese Außenmauer. Und wie die moderne Interpretation einer Schießscharte zieht sich ein feines Lichtband von der Tür ausgehend zu einer Hausseite, wo sich der Eingang der rechten Partei befindet. Die Gartenseite ist dagegen offen gehalten. Eine große Sichtbetonscheibe schiebt sich aus dem rostroten Baukörper heraus und flankiert den Neubau. Sie überdacht einen großen Bereich der Terrasse. Dieses Material kommt auf der gegenüberliegenden Hausseite wieder zum Einsatz. Ebenfalls als Terrassenüberdachung, doch schmiegt sich diese an die Fassade und bildet zugleich einen kleinen Erker im Obergeschoss. Trotz diesem Spiel mit unterschiedlichen Formen, Materialien und Öffnungsdimensionen ergibt sich eine stimmige Gesamtkomposition, in der dem Backstein als Material eine besondere Rolle zukommt. Als traditioneller Werkstoff geschätzt, verleiht er dieser eleganten Architektur Wärme. Die Jury des Fritz Höger-Preises zeichnet jährlich genau diesen besonderen Umgang mit den Steinen aus. Im Jahr 2011 konnte Bart Lens die Fachleute von seiner Leistung überzeugen. (mey)

 

 

exklusive_haeuser_2/2014

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Hintergrundbild: Geschäfts- und Bürogebäude Domstraße, schenk+waiblinger architekten, Hamburg; Foto © schenk+waiblinger (Einreichung im Rahmen des Fritz-Höger-Preises 2011)